Die Straßen in Grünberg sind voll, wenn die Händler des Krämermarkts ihre Waren anpreisen. Coronabedingt fällt der Markt in diesem Jahr aber aus. ARCHIVFOTO: TB
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Die Straßen in Grünberg sind voll, wenn die Händler des Krämermarkts ihre Waren anpreisen. Coronabedingt fällt der Markt in diesem Jahr aber aus. ARCHIVFOTO: TB

"Dippe, Boitsche und Innerhoisse"

  • vonred Redaktion
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Grünberg(pm). Heute wäre eigentlich Krämermarkt in Grünberg. Aber da bekanntlich der gesamte Gallusmarkt aufgrund Corona abgesagt ist, bleibt nur die Erinnerung an vergangene Jahre. Markmeisterin Johanna Buckle blickt zurück.

Die Stadt Grünberg wurde im Jahr 1222 als Handelsstadt an der Handelsstraße "Kurze Hessen" gegründet. Mit der Verleihung der Markt-Urkunde durch Kaiser Friedrich III. von Habsburg im Jahr 1481 durfte fortan jährlich der Gallusmarkt um den Tag des St. Gallus am 16. Oktober abgehalten werden.

Der Krämermarkt wurde ursprünglich an zwei Tagen auf dem Marktplatz abgehalten, bis er aus Platzgründen in die Gallusstraße sowie auf die "Käswies" zog. Seit 1972 findet er auf der Gießener- und Theo-Koch-Straße statt. Solange die Marktfahne am Rathaus gehisst war, galt für auswärtige Verkäufer das Marktrecht.

Mittwochmorgens früh um halb sieben stehen die Händler bereits in der Kälte und warten auf die Restplatzvergabe. Jedes Jahr bleiben ein paar Standplätze unbesetzt, wenn Krämer kurzfristig krank werden, absagen oder nicht kommen.

Das ist die Chance für Händler ohne Zusage, doch noch einen Standplatz zu ergattern. Die Marktmeisterin notiert sich die Daten der Händler, lässt sich Reisegewerbekarte und Versicherungsnachweise zeigen, bis es dann mit der ganzen Gruppe die Straße hinauf und hinab geht.

Jeder Standplatz, der bis dahin nicht belegt ist, wird dann neu vergeben. Die Händler müssen sich mit dem Aufbau beeilen, denn um 9 Uhr kommen bereits die ersten Besucher. Da wird es auch mal hektisch, vor allem, wenn der Nachbar über seine zugewiesenen Meter hinaus gebaut hat. Dann kommt die Marktmeisterin zum Schlichten.

Viele Händler kommen bereits am Dienstagnachmittag, wenn die B 49 bereits komplett für den Verkehr gesperrt ist. Die Elektriker verlegen an diesem Tag Hunderte Meter Stromkabel, Verkehrsschilder werden abgebaut und an anderer Stelle aufgestellt.

Marktschreiber in Erinnerung

Bereits einige Tage zuvor werden die Stände durch die Marktmeisterin auf der Straße eingezeichnet. Mit über 250 Beschickern gehört der Krämermarkt zu einem der größten in der Region.

Einige Händler kommen schon viele Jahrzehnte nach Grünberg. Besonders die Marktschreier wie der Bananen-Fred oder der Aal-Volker bleiben den Besuchern in Erinnerung.

Auch bei den Markthändlern ändern sich die Zeiten und die Trends, aber "Dippe, Boitsche und Innerhoisse" sollten auf diesem Krämermarkt nicht fehlen. Heute werden auch Gemüsehobel, Deko- und Geschenkartikel oder Zubehör für das Smartphone feilgeboten. Regionale Spezialitäten wie Wurst und Käse gehören ebenso zum traditionellen Angebot.

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