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Gedenkstein für den Gründer. .

Der Gestalter des Brunnentals

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Grünberg (dis). Ein beachtliches Jubiläum: Dieses Jahr wird der Verkehrsverein Grünberg 125 Jahre alt. Die Gründung stieß Karl Hermann Jöckel an, an den ein Gedenkstein im Brunnental, etwas oberhalb der Stadtmühle, erinnert. Der Vorstand nahm das Jubiläum nun zum Anlass, den Stein renovieren zu lassen und an die Anfänge des Vereins zu erinnern.

Jöckel - auch »Weller-Jöckel« genannt - wurde am 20. Januar 1841 geboren. Seine ganze Begeisterung galt dem Turnen, zahlreiche Kreis- und Gausiege künden von seinen Erfolgen. Seiner Initiative verdankte Grünberg einst die Entstehung der »alten« Turnhalle, aber auch den Ausbau des städtischen Archivs.

Wesentliches Denkmal seines Wirkens aber sind die Anlagen im Brunnental. Seine enge Naturverbundenheit führte zur Gründung eines Vereins zur »Hebung des Fremdenverkehrs«. In Gründungsprotokoll vom 3. Dezember 1896 ist zu lesen, dass die Versammlung im Gasthof »Zum Hirsch« stattfand. Und: Jöckel gehörte von Beginn an zum Vorstand.

Am 14. April 1908 übernahm er das Amt des Ersten Vorsitzenden. Nun begann er das zu realisieren, was ihm schon lange vorgeschwebt hatte. Beim Gemeinderat beantragte er, einige billig zu erwerbende Grundstücke am Hain und im Brunnental zu kaufen und sie dem Verkehrsverein zur Verfügung zu stellen. Er sah diese als besonders geeignet für Spazierwege an.

Da ihm dies offensichtlich zu langsam ging, erhielt er im August 1908 vom Verein die Ermächtigung, Grundstücke für den Verein selbst zu kaufen. Dabei stieß er auf breite Unterstützung: Selbst in die USA ausgewanderte Grünberger spendeten. Unter den Mitgliedern gingen zudem Spendenlisten um. Innerhalb eines Jahres konnte er so rund 20 Grundstücke zu dem für damals enormen Preis von über 1000 Reichsmark erwerben.

Beim Anlegen der Spazierwege legte »Weller-Jöckel« selbst tatkräftig Hand an und holte sich dazu Handwerksburschen, die »unter Aufsicht« für ein geringes Entgelt bei den Arbeiten halfen.

Vereinsauftrag weiter erfüllt

Mit 79 Jahren trat er als Vorsitzender zurück. Aufgrund seiner Verdienste wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Am 26. Februar 1929 starb Jöckel im Alter von 88 Jahren.

Die Stadt und der Verein verdanken ihm eine touristische Attraktion, die überörtlich beliebt ist. Noch heute ist der Verkehrsverein Besitzer von über zehn Hektar Land im Brunnental, die mittlerweile der Stadt für Ausgleichsmaßnahmen kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Sozusagen als Gegenleistung übernahm die Stadt die Verantwortung für Pflege und Haftung für Grundstücke und Wege.

»Weller-Jöckel« hätte bestimmt seine Freude daran gehabt, was sich zuletzt im Brunnental tat. Der Verkehrsverein sorgte 2018 für eine Belebung. Die Brunnental-AG wurde ins Leben gerufen und mit Stützung aus dem LEADER-Programm wurden viele Ideen umgesetzt. Gespannt ist man auf die Umsetzung des Wasserspielplatzes und die Eröffnung der Ausstellung im Maschinenhaus und in der Stadtmühle.

Die wachsenden Besucherzahlen im Brunnental zeigen, dass man damit den richtigen Weg eingeschlagen hat und dem Gründungsziel »Hebung des Fremdenverkehrs« nachgekommen ist. Dazugehört sicherauch das Haus der Zünfte, das auf Initiative von Peter Walper, Wolfgang Richter, Dirk Bender und vielen anderen 2005 eröffnet wurde.

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