"Dass Reife viele Gesichter hat"

  • schließen

Grünberg (bf). "Arbeiten ist schön. Ich könnte stundenlang zusehen." Solche oder ähnliche Zitate seien angeblich typisch für die "Generation Z", meinte TKS-Direktor Jörg Keller eingangs der feierlichen Überreichung der Zeugnisse für die Schüler, die nach neun oder zehn Jahren ihre Abschlüsse erworben und alle Prüfungen erfolgreich abgelegt haben. Und eben zu besagter "Generation Z" gehören, die auch als Generation des Internets bezeichnet werde.

Weiter Keller: "Sie benutzen Tablets oder Smartphones mit großer Selbstverständlichkeit, und durch ihre Mitgliedschaft in sozialen Netzwerken und Medien verlieren sich zuweilen die Grenzen bezüglich ihrer Privatsphäre (sehr zum Leidwesen von Elternhaus und Schule)." Typisch solle für die Personen der Generation Z sein, sich vor allem auf ihre eigenen persönlichen Ziele zu konzentrieren, sei es beruflich oder privat. Die Lernweise dieser Generation sei charakterisiert durch ein Lernen für sich selbst. Da jedoch Wissen virtuell im Übermaß vorhanden sei, werde es nicht mehr langfristig im Gedächtnis gespeichert. "Hierüber können Lehrkräfte ihr Lied - eher ganze Lieder - singen."

Keller wandte sich gegen die landläufige "Mobilisierung gegen Hauptschulabschluss oder die mittlere Reife." Glaube man diesen Stimmen, seien diese Abschlüsse nicht mehr allzu viel wert. Dahinter stecke zuweilen auch der Vorwurf eines angeblich "hinterher geworfenen" Abschlusses. Der Vorteil von derlei Klischees liege auf der Hand: Sie ersparten Nachdenken und eine differenzierte Betrachtungsweise, ließen aber ein Urteil umso treffsicherer erscheinen.

Dank für Engagement im Schulleben

Den Schülerinnen und Schülern attestierte der "Direx" - mit Hinweis auf die jüngste Jugendstudie - eine positive Lebenseinstellung. "Den meisten von euch ist der Zusammenhang von Bildung, eigener Anstrengung und Erfolg klar. Fast alle von eurem Jahrgang haben den Abschluss geschafft. Das Zeugnis, das ihr gleich erhaltet, bescheinigt euch nun ohne Wenn und Aber eine Reife. Gemeint ist vor allem damit die Reife, Eure Zukunft nun immer mehr und immer selbstständiger in die eigene Hand zu nehmen und dafür verantwortlich zu sein - hier dürfen sich selbst Minimalisten in Sachen Schulfleiß und Zuverlässigkeit von euch angesprochen fühlen, verbunden mit dem Hinweis, dass sich Glück nicht pachten lässt."

Dank galt an dieser Stelle allen, die sich aktiv ins Schulleben eingebracht haben. Etwa als Klassensprecher, in der SV, im Sanitätsdienst - Engagement hier oder dort. "Ihr habt gezeigt, dass Reife viele Gesichter hat. Team- und Konfliktfähigkeit, ein gesundes Selbstbewusstsein, das seine Grenzen (aner)kennt, Neugierde, Interesse sowie Mitgefühl, Engagement gehören mindestens ebenso dazu."

Umrahmt wurde die Feier vom Schulorchester unter Leitung von Heike Kratz-Gunkel und Sarah Breitstadt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare