Sascha Gutzeit ermittelt in Grünberg. FOTO: DIS
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Sascha Gutzeit ermittelt in Grünberg. FOTO: DIS

Cocktail aus Wortwitz, Musik und Situationskomik

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Grünberg(dis). Mit rund 50 Besuchern unter Berücksichtigung der Corona-Auflagen wurde das Grünberger Kino in einer Veranstaltung des diesjährigen Krimifestivals zu einem Schauplatz, in dem Sascha Gutzeit höchst unterhaltsam Verbrechen lebendig werden ließ. Der aus der Eifel kommende und inzwischen im mittelhessischen Blasbach heimisch gewordene Autor präsentierte eine "Super-Krimi-Retro-Leseshow".

Er brillierte in seiner Paraderolle als Kommissar Engelmann und war mit einer hervorragenden Mischung aus Theaterlesung, Konzert und Live-Hörspiel bis zum Schluss höchst unterhaltsam. Besonders seine kriminellen Ohrwürmer kamen gut an.

Unnachahmlich sein Tempo, mit dem er einen Cocktail aus Wortwitz, Musik und Situationskomik entwickelt. Dabei telefoniert er mit sich selbst und schreitet als sein eigener Geräuschemacher zur Tat.

Skelett in der Baugrube

Gutzeit hatte seinen Krimi "Abgrundtief tot" mitgebracht, eine Story, die weit in die Vergangenheit reichte. Der Fall beginnt mit der Entdeckung eines weiblichen Skeletts in einer Baugrube auf dem Marktplatz, die in der Kniekehle Spuren von Wasserpflanzen aufweist. Da fällt ihm ein, dass er als Siebenjähriger mit seinem Freund Hans in der Nähe einer Mühle gespielt hat, in der ein immer schlecht gelaunter Müller namens Werner Müller mit seiner Frau Margot, einer schönen und international bekannten Sängerin, verheiratet war. Die Beobachtungen der beiden Jungen an einem heißen Sommertag legten die Vermutung nahe, dass der Müller seine Frau ermordet hat und ihre Kleider blutverschmiert im Mühlbach davongetrieben sind. Ihre Beobachtungen teilen sie der Polizei mit, doch diese glaubt, dass sich das Paar wahrscheinlich getrennt hat.

Mit seiner Kollegin begibt sich Engelmann zur alten Mühle, kann dort aber keine Spuren eines Verbrechens finden. Ein zufällig vorbeikommender Bauer weiß, dass der 100-jährige Müller sich jetzt in einem Altenheim aufhält. Engelmann stellt diesen dort zur Rede. Doch der Müller lacht darüber und weist die Anschuldigung, ein Mörder zu sein, zurück, denn es habe gar keine Frau Müller gegeben. Er habe als Frau verkleidet ein Doppelleben geführt. Jetzt steht Kommissar Engelmann wieder vor der Frage, wer war der Mörder des unter dem Markt aufgefundenen Frauenskeletts.

Doch das wollte Gutzeit seinem Publikum nicht verraten und empfahl zur Lösung des Falles den Kauf des Krimis am Büchertisch. Neben vielen anderen Songs, unter anderem aus der Jugendzeit, präsentierte er das Lied "Der Mörder ist immer der Täter" und als Zugabe "Seit ich ermordet worden bin". Alles in allem eine spannende und unterhaltsame Krimilesung, bei der auch gelacht werden konnte.

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