Bürgermeisterwahl Grünberg: Solo für Frank Ide?

Grünberg (tb). Am 14. Juni ist Wahltag – Superwahltag: Im Kreis Gießen sind dann in gleich sechs Kommunen die Bürger aufgerufen, ihren Verwaltungschef zu bestimmen (die Landratswahl kommt noch hinzu). Anders als andernorts – etwa in Buseck, wo es schon drei Bewerber gibt – sieht es in Grünberg nach einem Alleingang von Amtsinhaber Ide aus.

Dafür spricht auch eine Entscheidung vom Freitagabend: Die in den "Condomer Stuben" tagende Mitgliederversammlung der SPD beschloss, wie im Vorjahr schon die CDU, keinen Bewerber ins Rennen zu schicken. Wie SPD-Vorsitzender Tobias Lux, vor sechs Jahren neben Birgit Otto (CDU) Herausforderer von Frank Ide, auf Nachfrage der Gießener Allgemeinen weiter erklärte, war dem Beschluss eine das Für und Wider abwägende, sachliche Diskussion vorausgegangen. Am Ende habe die nahezu einmütige, doch mit einem "gewissen Bedauern" begleitete Entscheidung gestanden. Ergebnis der Abwägung eines doch mit einigem Aufwand verbundenen Wahlkampfs auf der einen und der Chancen auf der anderen Seite, da man keinen Bewerber aus Grünberg stellen würde, hier – wieder anders als in Buseck – die Karten nicht neu gemischt werden.

Bewerbungsfrist endet am 9. April

Keine Kandidatur also, doch auch keine Wahlempfehlung für den "Titelverteidiger". Sehr wohl, so Lux, dürfe dieser damit rechnen, dass die SPD seine bisherige Amtszeit einer kritischen Bewertung unterziehe, ihm Prüfsteine vorlege. Und abschließend: "Falls ein Unabhängiger auftreten sollte, würden wir mit ihm das Gespräch suchen." Dass es im Sommer zum "Solo für Ide" kommt, wird durch die jüngste Entscheidung der Grünen gestützt, auch auf eine Kandidatur zu verzichten. Eine am Mittwoch eingesetzte Arbeitsgruppe soll ebenso Wahlprüfsteine formulieren. Das Ziel, wie es Fraktionschef Reinhard Ewert fasst: "Wir wollen, dass der Bürgermeister sich differenziert dazu äußert, was er in den nächsten sechs Jahren vorhat." Klar sei, dass dabei auch die Defizite der am 1. Februar 2016 endenden zweiten Amtszeit des Rathauschefs zur Sprache kämen. Weiteres Indiz für ein "Solo": Anders als in Laubach gibt es in Grünberg bislang keine Signale für einen unabhängigen Kandidaten, etwa aus den Reihen der BI "Gegenwind". Ide, der am 6. Juni 53 wird, war bereits im November von seiner Wählergemeinschaft aufs Schild gehoben worden – mit 28 von 28 Stimmen.

Seit 2004 Bürgermeister der drittgrößten Kreiskommune, sieht es aktuell also danach aus, dass sich der gelernte Sparkassenwirt um eine Weiterbeschäftigung in seinem "neuen Job" keine Sorgen machen müsste. Noch aber ist Zeit für potenzielle Herausforderer: Die Bewerbungsfrist endet erst am 9. April punkt 18 Uhr.

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