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Ein emotionales Werk ist vollendet: Zeitzeugen, Redaktions- und Seniorenbeiratsmitglieder mit den Sponsoren bei der Buchvorstellung. Foto: ld

Als die Bomben fielen

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Grünberg(ld). Mehr als 100 Besucher fanden am Vortag des Volkstrauertages den Weg in die Spitalkirche: Dort präsentieren der Freundeskreis Museum und der städtische Seniorenbeirat die ergreifende Publikation "Zeitzeugen 13. März 1945 - Grünberg im Bombenhagel und danach". Mit dem vierten Buch der Reihe "Beiträge zur Geschichte der Stadt Grünberg und ihrer Stadtteile" wird nicht nur das schmerzliche Kapitel für das Bahnhofsviertel der Gallusstadt dargestellt. Seniorenbeiratsvorsitzender Hartmut Miethe ging in seiner Begrüßung und mit einem Gedenken an die zahlreichen Toten sowie an die körperlich und seelisch verletzten Menschen bei dem Angriff auf einen kleinen, noch funktionsfähigen Bahnhof ein.

Noch heute gebe es ein Zittern in den Herzen der zurückgebliebenen Menschen, deren Aufgabe es damals war, die Zukunft zu planen und neu zu gestalten. Miethe äußerte, dass mit dem Buch die Opfer gewürdigt werden sollen und es zugleich an die jüngeren Menschen ein Aufruf für den Erhalt des Friedens sein soll. Zudem könne es dem weiteren Unterricht an den Grünberger Schulen dienen. Dank galt den Schülern der Theo-Koch-Schule, die mit ihren Interviews der Zeitzeugen Helga Reuhl, Erich Golz, Alfred Zimmer, Lieselotte Schillinger, Emmi Franzke, Hildegard Seim, Josef Müller, Irmgard Rausch, Mathilde Stiel, Irmgard Kreuder, Wilfried Daubert, Inge Erb, Anneliese Neunobel, Fritz Pfeffer, Lina Pracht, Emmi Brenner, Marta Steinmann, Frieda Eisenächer, Gerd Römer, Dieter Wenzel, Erwin Keller, Ottilie Görnert, Helmut Felsing, Gerlinde Röhm, Rita Alkemade, Siegbert Damaschke, Ingo Berner, Marie Hahn, Gerhard Becker und Karl Papst den Grundstein für die Textsammlung legten. Durch weitere Textbeiträge werden die schrittweise nach 1945 erbrachten beeindruckenden Leistungen durch die Aufnahme vieler Vertriebener und Flüchtlinge verdeutlicht.

Erwähnt wurde auch das 2015 von Helga Kühn, Marlene Queckbörner und Walter Corell vorbereitete Zeitzeugen-Erzählcafé mit Redakteur Burkhard Möller. Der mit diesen Personen gegründeten Arbeitsgruppe schloss sich Gerhard Becker an. Dieser gewann mit Studienrat Michael Schmitt den seinerzeitigen Geschichtsleistungskurs für die Recherchearbeit.

2017 befassten sich dann Elvira Schleenbecker, Gerhard Becker, Hartmut Miethe und Walter Corell sowie Susanne Tröller als Gestalterin mit der Erstellung des neben der Erinnerung auch als Mahnung gedachten Buches. Eine "lohnende Arbeit" nannte Freundeskreis-Vorsitzender Wolfgang Hofheinz dieses Werk. Alter und Zusammenwirken von Zeitzeugen und Schülern seien bemerkenswert.

Bürgermeister Frank Ide dankte dem Seniorenbeirat für das nicht alltägliche Buch. Die Dokumentation sei eine große nennenswerte Ergänzung zu dem jährlichen Glockenläuten am 13. März und der Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag. Silvia Linker sprach von einem emotionalen und authentischen Werk und überreichte zur Finanzierung des Buches eine Spende der Sparkassenstiftung Grünberg über 1500 Euro. Miethe dankte dem Redaktionsteam, den Sponsoren, dem Freundeskreis Museum, der Stadtverwaltung, der TKS und der Brüdergemeinde sowie Malerin Ivonne Nordhaus-Wentzel für das Ausstellen von zwei hoffnungsvollen Bildern.

Das Buch ist für 7 Euro an der Information der Stadtverwaltung Grünberg erhältlich. Im Rahmen des Seniorenprogramms 2020 ist eine Lesung von Hartmut Miethe geplant.

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