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Anne C. Nagel, Verfasserin der ersten Erwin-Stein-Biografie.

Berühmter Sohn der Gallusstadt

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Grünberg(dis). Eine Lesung von Dr. Anne C. Nagel aus ihrer Biografie über Erwin Stein bot am Sonntag das Begleitprogramm zur aktuellen Sonderausstellung im Museum im Spital (die GAZ berichtete ausführlich), die dort bis 1. März 2020 zu sehen ist. Erinnert wird an eine Persönlichkeit, die zu den Gründerfiguren des Bundeslandes Hessen und der Bundesrepublik gezählt werden kann. Die Historikerin und Autorin der ersten Erwin-Stein-Biografie, die 2019 unter dem Titel "Ein Mensch und zwei Leben: Erwin Stein (1903 - 1992)" erschienen ist, hat auch die Ausstellung "Erwin Stein, Minister - Richter - Stifter" konzipiert. Das Buch konnte am Sonntag vor Ort käuflich erworben werden.

Begrüßt wurden die Besucher von Gabriele Gareis-Stammler vom Vorstand des Freundeskreis Museum Grünberg (FMG). Nagel (Historisches Institut der JLU Gießen) gab profunde Einblicke in die Vita jenes Mannes, der 1903 in Grünberg geboren wurde.

Stein war von 1947 bis 1951 Hessens erster Kultusminister. Von 1949 bis 1951 bekleidete er auch das Amt des Justizministers, er war Mitglied im Bundesrat. Von April bis September 1951 fungierte er als Richter am Bundesgerichtshof und anschließend bis Dezember 1971 am Bundesverfassungsgericht. Dort war Stein maßgeblich am Verbot der KPD beteiligt, das heute eine andere Bewertung erfahren hat. Am 15. August 1992 starb Stein im Alter von 89 Jahren in Annerod. Seine vielschichtige Persönlichkeit wirkt nach; in Erinnerung an ihren prominenten Sohn hat die Stadt Grünberg eine Straße nach ihm benannt.

Heute Vortrag

In einem weiteren Vortrag heute um 20 Uhr im Museum im Spital beschäftigt sich Prof. Franz Reimer mit der Thematik "Erwin Stein als Verfassungsrichter". Reimer ist Inhaber der Professur für Öffentliches Recht und Rechtstheorie an der Justus-Liebig-Universität Gießen und Vorsitzender des Vorstands der Erwin-Stein-Stiftung. Der Eintritt kostet 4 Euro (ermäßigt 3 Euro). FOTO: DIS

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