Das Motto des Hessentag-Festzugs: Einfach, einprägsam und aussagekräftig. (Fotos: Geck/ Repros: Halbich)
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Das Motto des Hessentag-Festzugs: Einfach, einprägsam und aussagekräftig. (Fotos: Geck/ Repros: Halbich)

Ausstellung in Grünberg zum Hessentag 1980

Grünberg (age). Er ist sehr lebendig in den Erinnerungen der Grünberger – und er hat etwas bewirkt: Der Hessentag im Jahr 1980 kann ohne Übertreibung als ein Meilenstein in der Geschichte der Stadt bezeichnet werden.

Das wurde am Freitagnachmittag bei der Eröffnung des dritten Teils der Ausstellung "Feste feiern in Grünberg" deutlich, die im Museum im Spital bis zum 16. März besichtigt werden kann. Knapp 100 Fotos, Film- und Tonaufnahmen und die Tracht des Hessentagspaares sind dort ausgestellt.

Museumsleiterin Karin Bautz richtete in ihrer Begrüßung die Grüße des damaligen Hessentagspaares Dorothea Hanisch und Erich Frank aus, die berufsbedingt nicht an der Eröffnung teilnehmen konnten. Sie dankte den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, ebenso der Familie Halbich für die Unterstützung bei der Reproduktion der Fotos. Erster Stadtrat Thomas Kreuder zeigte sich in Vertretung des Bürgermeisters überzeugt, dass der Hessentag gut für Grünberg war und Investitionen ausgelöst habe.

Ehrenbürgermeister Siegbert Damaschke rief mit einem guten Gespür für Details ins Gedächtnis, wie es dazu kam, dass die bis dahin kleinste Stadt das große Fest der Hessen ausrichten durfte.

"Stadt wuchs zusammen"

So schilderte er beispielweise sehr emotional die entscheidende Stadtverordnetensitzung mit ihrem denkbar knappen Abstimmungsergebnis. Da konnte man richtig mitfiebern. Gerulf Herzog als sein Vorgänger im Amt hatte nämlich nach dem Verzicht der Stadt Fulda die Bewerbung der Stadt Grünberg ohne Konsultation der parlamentarischen Gremien eingereicht.

Zudem hätten erstmals keine Kinder oder Jugendliche, sondern Erwachsene die Rolle des Hessentagspaares übernommen. Das habe schlicht und einfach damit zu tun gehabt, dass so auch alle Abendveranstaltungen absolviert werden konnten.

Man habe nicht viel Zeit gehabt, die Innenstadt als "gute Stube" auf Vordermann zu bringen. Im Zusammenhang mit dem Hessentag seien aber auch die Dorfgemeinschaftshäuser in Göbelnrod, Lumda, Lehnheim und Weickartshain mit finanzieller Unterstützung des Landes auf den Weg gebracht worden. Die Stadt sei zusammengewachsen, nicht zuletzt dank der Aktivitäten aus den Stadtteilen. Auch für die Entwicklung und Außendarstellung sei das Fest ein Gewinn gewesen.

In seinem Resumee bezog er sich auf den damaligen Ministerpräsidenten Holger Börner, der den Hessentag als Symbol der Verbundenheit aller Bürger dieses Landes, ein Spiegelbild der kulturellen Vielfalt und ein Beweis für das lebendige Vereinsleben in allen hessischen Gemeinden bezeichnet hatte. In Grünberg sei dies zur Wirklichkeit geworden, schloss Damaschke seine Ausführungen in der benachbarten Hospitalkirche. Anschließend konnten die Besucher zunächst Ausschnitte der damaligen Livefernsehübertragung des Hessischen Rundfunks verfolgen. Danach sorgten im Museum die sorgfältig präsentierten Exponate für ein regelrecht spürbares Wecken von Erinnerungen. Angeregt betrachteten die alteingesessenen Grünberger die Fotos, freuten sich, Bekannte – oder gar sich selbst – auf den Bildern zu entdecken, und zu fragen: Weißt du noch?

Beispielsweise die 87-jährige Hedwig Schröder. Ihr verstorbener Mann Werner hatte einst sämtliche Wagen des Festzugs fotografiert, ihre Tochter auf einem der Wagen mitgemacht. Oder Philipp Müller-Hillebrand vom Reit- und Fahrverein. Er konnte sich zusammen mit Eckhard Keil erinnern, wie sie damals die Gelegenheit nutzten, anpackten und die noch nicht vollständige Reithalle in der Au hessentagstauglich gestalteten.

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