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Harald Braun beim Anbringen der Schwalbennester.

Aus Liebe zu den flinken Frühlingsboten

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Grünberg (la). »Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer«, sagt das Sprichwort. Angesichts der Wetterlage mit kaltem Nordwind seit April sehr treffend. Die ersten Rauchschwalben aber ziehen schon seit 14 Tagen ihre Kreise, gehen in Bodennähe auf Insektenjagd - sofern sich denn mal die Sonne sehen lässt.

Anny Herzberger aus Harbach beobachtete im letzten Frühjahr, dass die meisten Wasserpfützen schnell ausgetrocknet und die Schwalben keine feuchten Lehmstellen zum Nestbau fanden. Wodurch auch einige ihrer Nester mangels gutem Baumaterials nicht lange hielten und oft abbrachen. Herzberger liebt die flinken Frühlingsboten und wollte unbedingt die Mehlschwalbenkolonie am Haus erhalten und ihr sogar weitere Behausungen bieten. In eigener Initiative kaufte sie vier Schwalbennester. Leider aber stand kein Gerüst zur Montage zur Verfügung, und für Anstelleitern war der Dachüberstand zu hoch. Guter Rat war da teuer, doch gibt es dafür ja den Vogel- und Naturschutzverein Harbach.

Dass Privatpersonen mit so viel Engagement heimische Schwalbenpopulationen unterstützen, kommt nicht oft vor. Viele Hauseigentümer stoßen anderorts die Nester herunter oder installieren Flatterbänder, um den Nestbau zu behindern. Denn Schwalben fressen nun mal viele Fliegen, Mücken und Falter, und die müssen nach der Verdauung ausgeschieden werden. Eine stärkere Verkotung im Nestbereich ist dabei nicht auszuschließen.

Harald Braun, Erster Vorsitzender des Vogel- und Naturschutzvereins, war es daher ein starkes Bedürfnis, die Initiative von Anni Herzberger auch in Zeiten von Corona zu unterstützen. Der Zweite Vorsitzende, Wolfgang Allmang, hat einen multifunktionalen Radlader, der flugs mit einer improvisierten Hebebühne umgerüstet wurde. Damit konnten die Nester zur Schwalbenbruthilfe befestigt werden. Also stieg der schwindelfreie Vorsitzende in den Korb und nahm die Montage vor, während Wolfgang Allmang die Fahrzeugführung übernahm und die richtige Position ansteuerte.

Mit einem »Ende gut, alles gut« konnte die Aktion rechtzeitig vor Brutbeginn unbürokratisch und wirksam abgeschlossen werden. Natürlich auch in der Hoffnung, dass die neuen Quartiere für die Mehlschwalben neben einigen vorhandenen gut angenommen werden und bei wärmerem Wetter »Leben in die Bude kommt«.

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