Theo-Koch-Schule

Antisemitismusbeauftragter will Aufarbeitung

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Grünberg (dpa). Nach einem mutmaßlich antisemitischen Zwischenfall auf einer Studienfahrt der Theo-Koch-Schule zum ehemaligen Konzentrationslager Buchen- wald hat der hessische Antisemitismusbeauftragte ein entschlosseneres Vorgehen gegen Judenhass gefordert. "Wir müssen unsere Anstrengungen auch in den Schulen nochmals verstärken und junge Menschen emotional stärker erreichen, damit sie begreifen, welch bösartiges Gedankengut sie da nachplappern", erklärte Uwe Becker am Mittwoch. Der Vorfall sage viel über die derzeitige Stimmung in Deutschland aus.

Drei Schüler der TKS in Grünberg sollen Mitte Oktober auf der Rückfahrt von dem Besuch der Gedenkstätte in Thüringen antisemitische Lieder abgespielt haben. Die Schulleitung informierte die Polizei, die Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung einleitete. Diese dauern an, unter anderem soll geklärt werden, ob die Kinder die auf dem Smartphone abgespielten Songs einer rechtsextremen Band auch mitgesungen haben.

Lob für Schulleitung

Die Leitung der Schule, bereits mehrfach für ihre Arbeit in der Extremismus-Prävention ausgezeichnet, habe gezeigt, "dass es für Antisemitismus keine Toleranz, kein Weghören und kein Wegschauen in unserem Land geben darf", sagte Becker. "Jede und jeder ist gefordert, Judenhass entschlossen entgegen zu treten und nur mit konsequentem Handeln können Grenzen gezogen und eingehalten werden." Der Vorfall müsse nun im Dialog mit den 14 Jahre alten Schülern aufgearbeitet werden. Dafür stehe er auch persönlich zur Verfügung, sagte der Antisemitismusbeauftragte.

Auch TKS-Direktor Jörg Keller hatte gegenüber der Gießener Allgemeinen Zeitung bereits angekündigt, das Gespräch mit allen beteiligten Schülern zu suchen und auf Fragen wie "In welchem Fall muss ich mich distanzieren? Und wann?" Antworten zu suchen und zu geben. Der Schulleiter hatte dabei unterstrichen, auch die drei 14-Jährigen würden dabei nicht vergessen.

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