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Aldi Grünberg legt zu

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Ob Grünbergs Aldi nächstes Jahr schon zu hat? Schwer zu sagen, noch sind einige Fragen auf Ebene der Stadt wie der Regionalplanung zu klären. Um der Verwirrung Einhalt zu gebieten: Der Discounter in der Londorfer Straße macht nicht zu, er legt zu, wird für den geplanten Anbau also nur vorübergehend dicht machen.

Über das Vorhaben des Marktführers im Lebensmitteleinzelhandel - noch, holt doch Lidl umsatzmäßig immer mehr auf - informierte sich am Mittwoch der Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung. Vorgestellt wurde dies von Planer Holger Fischer. Demnach wird der Eigentümer des Gebäudes im Auftrag von Aldi-Süd einen 15,50 Meter tiefen Anbau Richtung Parkplatz errichten. Dass verbleibende 91 Stellflächen doch reichten, wies Fischer Bedenken aus dem Ausschuss zurück. "Verkaufsaktionen lösen heute nicht mehr einen Run aus wie früher, etwa beim Verkauf günstiger Computer."

Wie andernorts bei Filialen von "Albrecht Diskont" und auch bei Mitbewerbern angesagt: Die Erweiterung von 934 auf 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche dient Fischer zufolge der Schaffung breiterer, kundenfreundlicher Gänge sowie einer Rationalisierung der Warenlogistik. Also soll es keine Erweiterung der Produktpalette und auch "keine erhebliche" Ausdehnung bei den Randsortimenten geben (weiter maximal zehn Prozent der Verkaufsfläche).

Noch unter der Schmerzgrenze

Was besagte Hürden angeht: Ob der Erweiterung um immerhin 266 qm Verkaufsfläche bedarf es zunächst der Zustimmung der Regionalplanung. Fischer verwies hier auf positive Signale aus dem Regierungspräsidium Gießen. Danach wäre das Vorhaben mit den Zielen und Grundsätzen des Regionalplans Mittelhessen - etwa die städtebauliche Integration in Grünberg selbst oder die Versorgungssicherheit umliegender Gemeinden betreffend - vereinbart. Wesentlich für die Genehmigung einer erhöhten Verkaufsfläche und damit des Antrags auf Abweichung von der Regionalplanung nämlich ist die Abschöpfung von Kaufkraft: Der Lindener Planer verwies hier auf Daten der Gesellschaft für Markt-und Absatzforschung (GMA) sowie der Regionalplaner.

Danach wird - ausgehend von 13 830 Grünbergern und einem Umsatz bei Lebensmitteln von 8800 Euro/qm - eine örtliche Kaufkraft von 29,4 Millionen Euro (gleich 100 Prozent) errechnet. Mit der Erweiterung von Aldi lande man bei 37,6 Millionen Euro. "Das sind 127,8 Prozent, die Schmerzgrenze liegt bei 130 Prozent." Von daher dürfte auch dies kein Grund für ein Nein der Fachbehörde RP und der letztentscheidenden Planungsversammlung Mittelhessen sein.

Fischer geht von einem Placet im Herbst aus, worauf die Stadt die Änderung des Bebauungsplans "Temperwiesen" in Angriff nehmen könnte. Zupass kommt den Grünbergern hier, dass sie - zum Beispiel was Naturschutz oder Verkehrsanbindung betrifft - auf ein Verfahren aus dem Jahr 2013 zurückgreifen können: Damals beantragte Aldi erstmals eine Erweiterung, von 735 qm aus der Zeit der Eröffnung anno 2003 auf 934 qm. tb

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