Gallusmarkt Grünberg

Eröffnung mit neunundzwanzigeinhalb Franzosen

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Am 31. 1. 1481 gewährte Friedrich III. der Stadt Grünberg das Marktprivileg. Daran wurde auch bei der Eröffnung des 539. Gallmärts erinnert. Mit dabei: "neunundzwanzigeinhalb Franzosen".

Alte Tradition ist es, dass am Dienstag Grünbergs Bürgermeister vom Rathaus herab diese Anweisung erteilt: "Hisst die Marktfahne, läutet die Marktglocke!" Um kurz darauf und unterm Applaus von rund 2000 großen und kleinen Zuhörern auf dem Marktplatz den Gallusmarkt offiziell zu eröffnen. Der Beifall freilich, er kommt doch nur von den Großen, wird doch dienstags der Markt angefeiert. Dann nimmt der "Gallmärt" so richtig Fahrt auf, verbunden mit dem Zug durch sämtliche Kneipen der Stadt ( dass es in den letzten Jahren weniger geworden sind, dürfte so manchem das Erreichen des Tagesziels erleichtern).

Was das Erinnern an die "besondere Gnade" jenes Friedrich III. betrifft, der 1481 den Grünbergern die Marktrechte gewährte: Luca Röhm und Anton Rautenberg verlasen, gewandet als Herolde, die Stiftungsurkunde. Nur am Rande: Seine Majestät erteilte das Privileg nicht zuletzt ob der "fleißigen Steuerzahlung" der Grünberger Untertanen.

Die Hauptpersonen in dieser wenig herbstlichen, weil lauen Abendstunde dürften sich für die Ursprünge des Gallusmarktes eher weniger interessiert haben. Die "kleenen Grimmicher", die mit ihren Laternen den Marktplatz in ein wundervolles Licht tauchten, warteten vielmehr auf den Startschuss zum Umzug. Auf den Marsch zum Juxplatz, auf die Fahrt mit Karussell oder Riesenrad sowie das "Giganten-Feuerwerk". Begleitet wurden sie von den Fackelträgern der Jugendfeuerwehren aus der ganzen Großgemeinde und den Klängen des Musikzugs der Feuerwehr Grünberg. Letzterer hatte ebenso wie das Blasorchester der Theo-Koch-Schule für die passende Einstimmung gesorgt.

Viel Kultur - leider auch viel Regen

Wie es Usus ist, bilanzierte der Bürgermeister das "Grünberger Jahr", das mit dem Gallusmarkt beginnt und endet. Das erste Kapitel seiner "Tour d’horzion" widmete Ide der Kultur. Leider litten gleich mehrere Veranstaltungen unterm Regen, sei die "Musiknacht", zu der die Stadt anstelle des Folkfestivals einlud, sei es das Open-Air-Kino. Würdigung fand hier auch Laura Nold, Gewinnerin des OVAG-Jugendliteraturpreises.

"Fahrrad fahren war dieses Jahr ganz groß angesagt", fuhr der Rathauschef fort. Neben "Grünberg auf der Rolle", der Anschaffung von E-Bikes zum Ausleihen war erstmalig Stadtradeln im Programm. Letzteres "mit richtig gutem Erfolg". Was nicht minder für "Pfingsten in Grünberg", die Reitturniere in Grünberg und Weitershain, die Theateraufführungen in Lehnheim und Stockhausen sowie das erste "Adventsleuchten" am aufwendiger denn je illuminierten Diebsturm galt. In puncto Kinder- und Jugendarbeit griff der "Oberwurzelbürger" stellvertretend die Kinderkulturtage, Ferienspiele und Beachparty heraus. Auch das jüngste Grünberger Jahr brachte wieder viele Erfolge im Sport, darunter das Tennisturnier "BenderOpen" und die ADAC-Rallye-Days Hessen.

"Verspätung" am Bahnhof

Das rege Vereinsleben und Ehrenamtswesen der Großgemeinde durfte natürlich in der Bilanz nicht fehlen. Ide nannte dafür die Jubiläen von Seniorenbüro, Frauenchor Göbelnrod, CV Stangenrod, Grünberger Skiclub, der Gesangvereine Harbach und Wei-ckartshain sowie der Gartenbaufreunde Queckborn. Eine Fülle von Baumaßnahmen standen auch diesmal an. Stellvertretend verwies der Rathauschef auf den Umbau der AWO-Freizeitstätte, die 2020 zur bereits neunten Kita der Stadt werden soll. Das Bauvorhaben der Sparkasse sowie der Bahnhof, der "noch immer net ganz fertich is’", wurden nicht vergessen. Ebenso wenig wie die Neuanschaffungen für die Feuerwehren Harbach und Queckborn.

Damit aber ließ Ide es bewenden: "Freuen wir uns jetzt auf den Laternenumzug, das Feuerwerk und die nächsten schönen Tage unseres Gallusmarktes", rief er seinen Zuhörern zu. Anweisungsgemäß läutete nun Manfred Christ die Marktglocke, hisste Brian Gillespie die Marktfahne und erklärte Frank Ide die Sperrstunde für aufgehoben und den 539. Gallusmarkt für eröffnet.

Schade nur: Just als der Laternenzug, mittenmang Delegationen aus den Partnerstädten Condom und Mragowo, sich in Bewegung setzte, öffnete Petrus die Schleusen.

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