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Rund 200 000 Bürger im Kreis Gießen waren am Sonntag aufgerufen, über ihre Vertreter in Ortsbeiräten, Gemeindevertretungen und Stadtverordnetenversammlungen sowie im Kreistag zu entscheiden. Mehr als bisher wurde vorab von der Briefwahl Gebrauch gemacht, doch auch die Wahllokale - wie hier in Lang-Göns- wurden rege frequentiert.

Grün gewinnt - Rot verliert

  • Rüdiger Soßdorf
    VonRüdiger Soßdorf
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Die Grünen sind der Wahlgewinner des gestrigen Sonntags im Kreis. Wenn der Trend trägt, dann haben sie ihre Sitze im Kreistag verdoppelt und können stärkste politische Kraft werden. Die CDU ebenfalls, obwohl sie im Trend etwas an Stimmen einbüßt. Die SPD verliert deutlich und rutscht hinter CDU und Grünen auf Rang drei ab.

Es ist nur ein Trend, die genauen Zahlen folgen heute und morgen. Doch die Zeichen könnten auf Wechsel im Gießener Kreistag stehen. Die CDU hält ihr Ergebnis von 2016 mit 24 Prozent nahezu. Nahezu gleichauf die Grünen. Bis Mitternacht lieferten sich CDU und Grüne ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Wer wird die stärkste Kraft im 81 Sitze zählenden Kreistag? Die CDU macht - zumindest im gestrigen Trend - das Rennen. Die Grünen können ihr 2016er Ergebnis auf knapp 23 Prozent mehr als verdoppeln. CDU und Grüne trennten bei Redaktionsschluss um Mitternacht weniger als ein Prozentpunkt. Die CDU käme demnach auf 20, die Grünen auf 19 und die SPD auf 17 Sitze.

Erst wenn alle Stimmen ausgezählt sind, herrscht Klarheit. Die Chr istdemokraten - namentlich Fraktionsvorsitzender Claus Spandau und Spitzenkandidat Christopher Lipp - kündigen vorsorglich an: Sollte die Union die stärkste Kraft werden, so sei das Handlungsauftrag für Gespräche, um Mehrheiten zu organisieren.

Heute und morgen werden all jene Wahlzettel ausgewertet, bei denen kumuliert und/oder panaschiert wurde. Erfahrungsgemäß kann dies das Ergebnis nochmals deutlich korrigieren.

Verlierer ist die SPD: Die bislang größte Fraktion im Kreistag rutscht im Trend auf Rang drei ab. Die SPD büßt rund 7 Prozentpunkte ein und erreicht knapp 21 Prozent Zustimmung.

Die Freien Wähler und auch die FDP liegen stabil auf den Werten vor fünf Jahren. Die AfD hingegen, bislang drittgrößte Fraktion im Kreistag, kann das 2016er Ergebnis nicht halten und verliert rund 6 Prozentpunkte auf jetzt etwas mehr als 8 Prozent.

Koalition könnte weiterarbeiten

Rein rechnerisch könnte, wenn die weiteren Ergebnisse von heute den Trend bestätigen, die bisherige Koalition aus SPD, Grünen und Freien Wählern im Kreistag ihre Arbeit fortsetzen.

Abzuwarten bleibt im weiteren, wie Landrätin Anita Schneider mit dem Ergebnis ihrer Partei und dem Ergebnis der Mehrheitsfindung umgeht. Die Sozialdemokratin hat bis jetzt die Frage offen gelassen, ob sie sich im September ein drittes Mal zur Direktwahl durch die Bürger stellt.

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