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So eng wie 2019, damals ohne Corona-Einschränkungen, wird es bei der Veranstaltung im September nicht zugehen. (Archiv)

„Gleiberg rocks“

Weder 2G, noch 3G: Festival im Kreis Gießen setzt auf Eigenverantwortung

  • Jonas Wissner
    VonJonas Wissner
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Für 2022 ist auf Burg Gleiberg nach zweijähriger Corona-Pause wieder ein Rock-Festivalabend wie vor der Pandemie geplant. Im September soll es nun eine kleinere Version geben. Die Veranstalterin setzt auch auf die Eigenverantwortung der Besucher.

Wettenberg - Ein Festival mit bis zu 1200 Besuchern auf Burg Gleiberg - in dieser eigentlich gewohnten Form konnte »Gleiberg rocks« pandemiebedingt weder im vergangenen noch in diesem Sommer stattfinden. Die Veranstalter um Sabine Glinke hoffen, dass 2022 wieder eine »normale«, nicht von Einschränkungen geprägte Auflage möglich ist. Die Planungen laufen, auch wenn der Vorvekauf zurzeit ausgesetzt ist.

Bereits seit Frühjahr überlegen die Festivalmacher aber, wie eine abgespeckte Version der Veranstaltung aussehen könnte - und wollen dies nun in die Tat umsetzen: Am Freitag, 24. September, findet ab 19 Uhr »Gleiberg rocks light« statt. »Wir werden diesmal komplett lokal«, sagt Glinke und verweist darauf, dass alle drei Acts auf der Bühne aus Mittelhessen kommen. Die Light-Version soll wesentlich kleiner als sonst ausfallen: »Mit 250 Gästen sollte es auf jeden Fall funktionieren«, versichert Glinke. Ob womöglich noch ein paar mehr Besucher dabei sein können, sei nun vom weiteren Pandemiegeschehen abhängig.

Die Veranstalterin unterstreicht, dass sie inzwischen wisse, worauf es bei einer coronakonformen Veranstaltung ankomme. Sie habe etwa das Hygienekonzept für den »Musikalischen Sommer« in Gießen erarbeitet. »Bei allem, was wir zuletzt veranstaltet haben, hat es coronakonform geklappt, die Erfahrungswerte sind da.« Bei »Gleiberg rocks light« wolle man nun mit Blick auf die Teilnehmerzahl bewusst unterhalb der Genehmigungsgrenze bleiben - und dafür auf andere Einschränkungen verzichten.

„Gleiberg rocks“: „Appellieren, sich vorab testen zu lassen“

Heißt konkret: Es soll keine Veranstaltung nach dem »2G-Modell« sein, bei dem nur Geimpfte oder Genesene willkommen sind. Auch die »3G-Regel« (geimpft, genesen oder getestet) werde man nicht anwenden, dies werde für Open-Air-Veranstaltungen in Hessen aktuell zwar empfohlen, sei aber keine Pflicht.

»Wir dürfen eigentlich keine Ausweise kontrollieren, das ist bei Gesundheitsdaten noch sensibler. Dementsprechend werden wir nicht kontrollieren, aber appellieren, sich vorab testen zu lassen.«

Klar sei aber, dass die überschaubare Festival-Version den hessischen Regeln entsprechen werde - und die setzten vor allem auch auf Eigenverantwortung von Besuchern. »Mit Abständen funktioniert es, die Leute sind sehr vernünftig«, da ist sich Glinke sicher. Als Veranstalter sei man angehalten, großzügige Abstände zu ermöglichen und werde dies auch tun. Glinke und ihr Team wollen etwa Stehtische und Sitzgruppen aufstellen, um die Situation zu entzerren und dichtes Gedränge zu vermeiden. Auch Tanzen vor der Bühne hält sie für möglich - »dann aber bitte mit Maske, wenn es eng ist. Wir werden darauf hinweisen, auch mit Ordnern, die es ein bisschen moderieren.« Glinke ist zuversichtlich, dass alles glatt laufen wird - zumal »Gleiberg rocks« keine »Party-Veranstaltung« sei. »Wir setzen um, was in der Verordnung steht. Nicht mehr und nicht weniger«, so Glinke.

Kultur im Kreis Gießen: Schwierige wirtschaftliche Bedingungen

»Es unter diesen Bedingungen wirtschaftlich hinzubekommen, ist sehr schwierig«, gibt die Veranstalterin Einblick in die Planung. »Bei Werbung und Gagen haben wir gespart. Die Bands sind quasi mit im Risiko, was sie am Ende bekommen, hängt von der Resonanz ab.« Landkreisweite Plakatierung und Großbanner an Ortseingängen werde es diesmal im Vorfeld der Veranstaltung nicht geben - um das Budget klein zu halten aber auch, weil es während des Wahlkampfs an Platz mangelt.

Unterm Strich sieht Glinke sich für »Gleiberg rocks light« gut vorbereitet - soweit das unter Pandemie-Bedingungen geht. »Seit Corona in der Welt ist, ist jede Veranstaltung von Unwägbarkeiten geprägt«, sagt sie. »Es kann sein, dass wir bis dahin die 100er-Inzidenz knacken«, dann müsse man womöglich noch einmal das Konzept justieren.

Allen, die Interesse an der Teilnahme haben, rät sie, regelmäßig auf der Homepage der Veranstaltung oder bei Facebook nachzuschauen, die werde stets aktuell gehalten. Wichtig sei, dass sich am 24. September dann alle Gäste coronakonform verhalten - »so, dass sich alle sicher fühlen können.«

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