Noch leer: In Lang-Göns lagern Leerrohre für den Glasfaserausbau in der Gemeinde. FOTO: CON
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Noch leer: In Lang-Göns lagern Leerrohre für den Glasfaserausbau in der Gemeinde. FOTO: CON

Glasfaser bis ins Dorf

  • vonPatrick Dehnhardt
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Während die Branchenriesen jahrzehntelang kein Interesse am Bau eines Glasfasernetzes für die Dörfer zeigten, investiert die Deutsche Glasfaser in genau diesen Markt. In Hüttenberg, Langgöns sowie Holzheim und Dorf-Güll sind die Arbeiten weit fortgeschritten.

In Holzheim und Dorf-Güll, selbst in Espa und Cleeberg wird den Einwohnern bald eine Infrastruktur zur Verfügung stehen, die man sonst nur aus großen Städten kennt: Glasfaseranschlüsse bis ans eigene Grundstück. Während Telekom und Vodafone jahrelang kein Interesse an solch einem Ausbau zeigten, hat die Deutsche Glasfaser mit Sitz in Borken den Ausbau auf den Weg gebracht.

Das Unternehmen setzt dabei auf eine andere Strategie als die Branchenriesen. "Wir fangen da an, wo andere aufhören", sagt Marketingkoordinatorin Marie Voßschulte. Glasfaser bis ins Haus zu legen sei eine zukunftsfähige Technologie. Sie ermögliche zuverlässig hohe Bandbreiten, "an die ›glasfaserbasierte‹ Anschlüsse, bei denen die letzte Meile aus Kupfer besteht, nicht herankommen".

Damit sich diese Investition in den Markt der Zukunft mittelbar wirtschaftlich lohnt, braucht es eine gewisse Quote an Teilnehmern. Der Richtwert liege dabei, dass 40 Prozent der Einwohner einen Glasfaseranschluss buchen, sagt Voßschulte. Bei geförderten Projekten könne man diesen Schwellenwert unterschreiten.

Dies führt dazu, dass einige Kommunen - etwa Hüttenberg - flächendeckend ausgebaut werden, während in Pohlheim nur Holzheim und Dorf-Güll und in der Gemeinde Langgöns alle Ortsteile außer dem Kernort Lang-Göns (mit Ausnahme eines kleinen Gebiets) derzeit ausgebaut werden. Für Lang-Göns läuft dieser Tage noch eine zweite Nachfragebündelung.

Beim Ausbau werden zunächst Leerrohre verlegt. Erst im Anschluss wird die Glasfaser in diese "eingeblasen". Nur in Ausnahmefällen werde direkt eine Glasfaserleitung verlegt, da dieses Verfahren wesentlich zeitintensiver ist, sagt Voßschulte.

In Langgöns läuft der Ausbau seit Ende Juli. Ende September wurde als "Meilenstein des Projekts" ein neuer Hauptverteiler aufgestellt. Sobald die Anschlüsse in den einzelnen Orten freigeschaltet werden können, werden die Bürger informiert.

In Hüttenberg ist der Tiefbau auf der Zielgeraden, zudem schon ein Teil der Glasfaseranschlüsse aktiv. "Derzeit gehen wir von einem Ende der Tiefbauarbeiten im Januar 2021 aus", sagte Voßschulte.

In Holzheim und Dorf-Güll enden die Tiefbauarbeiten voraussichtlich diesen Monat, können die ersten Anschlusse ans Netz gehen.

Ein weiteres Projekt der Deutschen Glasfaser ist der Ausbau im Gewerbegebiet Linden-Lückebachtal. Dort läuft derzeit die Nachfragebündelung.

Dass es im Landkreis Gießen überhaupt flächendeckend eine adäquate Internetversorgung gibt, ist ein Verdienst des Landkreises und der Kommunen selbst, die sich einst zur Breitband Gießen GmbH zusammentaten: Nach und nach verlegten sie Glasfaserleitungen in die Orte zu zentralen Multifunktionsgehäusen, in denen das Signal für die örtlichen Kupfernetze umgewandelt wurde. Ohne diese Initiative von einst wäre vielerorts derzeit kein Arbeiten im Homeoffice möglich.

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