Mehr als 160.000 Menschen aus dem Landkreis Gießen könnten sich gegen das Coronavirus impfen lassen, so die bisherigen Erwartungen. (Symbolbild)
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Mehr als 160.000 Menschen aus dem Landkreis Gießen könnten sich gegen das Coronavirus impfen lassen, so die bisherigen Erwartungen. (Symbolbild)

Überraschung

Kreis Gießen: „Roller“ in Heuchelheim wird überraschend Impfzentrum

  • Alexander Gottschalk
    vonAlexander Gottschalk
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Der Landkreis Gießen siedelt sein Impfzentrum im Heuchelheimer „Roller“ an. Dort sollen mehr als 160.000 Menschen gegen das Coronavirus gewappnet werden.

  • Bis zum 11. Dezember soll im Landkreis Gießen das erste Impfzentrum entstehen.
  • Dort müssen voraussichtlich 167.500 Menschen gegen das Coronavirus geimpft werden.
  • Der Landkreis Gießen hat überraschend Heuchelheim als Standort ausgewählt.

Update vom Freitag, 27.11.2020, 17.31 Uhr: Der Landkreis Gießen hat einen Standort für sein geplantes Corona-Impfzentrum bestimmt. Etwas überraschend fiel die Wahl nicht auf die Stadt Gießen, wie es sich zunächst andeutete (siehe unten), sondern auf Heuchelheim. Die Impfungen gegen das Coronavirus sollen im Obergeschoss des „Roller“-Gebäudekomplexes in der Ludwig-Rinn-Straße erfolgen. Dort stünden über 3000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, die Räumlichkeiten verfügten über Heizung und Belüftung, seien ausreichend dimensioniert und barrierefrei zugänglich, hieß es in einer Mitteilung.

„Der Standort in Heuchelheim liegt einerseits nahe am Oberzentrum Gießen, ist aber durch die Nähe zum Gießener Ring auch verkehrsgünstig für Personen aus anderen Teilen des Landkreises gelegen“, begründete Landrätin Anita Schneider die Wahl. „Außerdem stellt er das wirtschaftlichste Angebot dar.“ Der Landkreis Gießen mietet die Flächen des Möbelhauses bis August 2021, die Rechnung soll das Land bekommen.

Impfungen im Landkreis Gießen: Vorbereitungen in Heuchelheim laufen nächste Woche an

Ab Mitte nächster Woche lässt der Landkreis Gießen die „Roller“-Flächen für baulich vorbereiten. Beim Impfen selbst sollen DRK und Johanniter einspringen, Gespräche seien bereits geführt worden, so Schneider. Außerdem sei der Landkreis dabei, ärztliches Personal zu akquirieren. Auch Reinigungspersonal und Schließdienst stellt die Behörde. Die Gesamtleitung des Impfzentrums übernehmen Kreisbrandinspektor Mario Binsch und Udo Liebich, Büroleitung der Landrätin. Die ärztliche Leitung liegt bei Renate Braun und Stefan Dahlke vom Kreisgesundheitsamt

Ab 11. Dezember soll es dann möglich sein, in Heuchelheim täglich bis zu 1350 Personen gegen Corona zu impfen. An sieben Tagen die Woche von 7 bis 22 Uhr. Dafür würden voraussichtlich acht sogenannte Impfstraßen eingerichtet, in denen Teams die Impfungen vornehmen. In der Halle sind weitere Bereiche für wartende Personen sowie für Personen geplant, die nach erfolgter Impfung eine Zeit lang ruhen sollen. Wann es losgeht, steht freilich noch in den Sternen. Dafür muss das Land Hessen erst einen zugelassenen Impfstoff besorgen.

Stadt Gießen als Standort für Corona-Impfzentrum wahrscheinlich

Update vom Donnerstag, 26.11.2020, 10.44 Uhr: Wenig überraschend deutet sich an, dass das Impfzentrum des Landkreises im Stadtgebiet von Gießen angesiedelt werden dürfte. Stadt und Kreis suchen nach einem Standort, wie eine Stadtsprecherin nun bestätigte. Für Gießen spricht die gute Verkehrsanbindung sowie die Nahe zu Arbeitsplätzen und zur medizinischen Infrastruktur.

Erstmeldung vom Mittwoch, 25.11.2020, 16.06 Uhr: Gießen – Die Corona-Pandemie bewegt sich schnurstracks auf eine neue Phase zu: Bald soll das große Impfen beginnen. Im Landkreis Gießen entsteht eines von 30 Impfzentren in Hessen. Schon am 11. Dezember soll es betriebsbereit sein, so will es die Landesregierung. Allein der Aufbau dürfte bereits die erwartete „Mammutaufgabe“ sein, von der Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am gestrigen Dienstag (24.11.2020) sprach, als er die ambitionierten Pläne in Wiesbaden vorstellte.

Zwei Impfstoffe gegen das Coronavirus stehen kurz vor der Zulassung. Prinzipiell eine gute Nachricht. Eine der Hauptfragen dürfte aber sein: Wer soll überhaupt die Spritzen für die Impfungen setzen? Medizinisches Fachpersonal ist rar – vor allem in der aktuellen Lage. Für das hiesige Impfzentrum läuft die Akquise. Wie viele Helfer gebraucht werden, konnte der Landkreis Gießen auf Anfrage zunächst nicht in Zahlen ausdrücken. Klar ist, dass es genügend sein müssen, um täglich rund 1350 Personen zu impfen.

Landkreis Gießen: Pensionierte Ärzte sollen bei Impfungen helfen

Der Landkreis Gießen ruft deshalb niedergelassene und pensionierte Ärzte sowie medizinisches Hilfspersonal auf, sich freiwillig für den Betrieb des geplanten Impfzentrums zu melden. Zu den gesuchten Fachangestellten zählt beispielsweise, wer eine dreijährige Ausbildung in einem Gesundheitsfachberuf absolviert hat, wie Gesundheits- oder Krankenpfleger. „Wir setzen auf die Hilfsbereitschaft der Ärzte und medizinischen Fachkräfte“, teilte Landrätin Anita Schneider (SPD) mit. „Jetzt zählt die Unterstützung jedes einzelnen, um die nächste große Herausforderung zu meistern, damit wir schnellstmöglich zu einer gewohnten Normalität zurückzukehren. “

Das Land Hessen geht davon aus, dass sich mindestens 60 Prozent der Bevölkerung gegen Corona impfen lassen wollen. Das wäre die notwendige Kennziffer, um die Herdenimmunität erreichen zu können. Im Kreis Gießen wären es rechnerisch 167.500 Menschen, die sich über mehrere Monate verteilt impfen lassen würden. Das Impfzentrum soll an sieben Tagen in der Woche von 7 bis 22 Uhr in Betrieb sein. Pro Person sind zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen erforderlich. Als erstes bekommen Menschen aus Risikogruppen und das Gesundheitspersonal den Impfstoff verpasst.

Landkreis Gießen: Standort für Impfzentrum gesucht

Aktuell sucht der Landkreis einen geeigneten Standort für das Impfzentrum, das ähnlich funktionieren dürfte, wie ein Blutspendezentrum. Ministerpräsident Bouffier hält eine Ansiedlung in größeren Städten für sinnvoll. Damit käme hierzulande in erster Linie die Stadt Gießen infrage. Man prüfe verschiedene Optionen, heißt es aus der Kreisverwaltung. Dabei spielten neben Lage und Erreichbarkeit auch Logistik und Infrastruktur eine Rolle.

Die Corona-Schutzimpfung soll für den Einzelnen kostenlos sein. Der Bund kauft den Wirkstoff ein, das Land Hessen übernimmt Materialien wie Spritzen, Pflaster und Schutzausrüstung für das medizinische Personal. Die Landesregierung hat für das Vorhaben bereits 20 Millionen Euro bereitgestellt.

Ärzte und Hilfskräfte gesucht

Ärzte und medizinische Hilfskräfte, die sich vorstellen können, im Impfzentrum des Landkreises Gießen mitzuwirken, sind gebeten, sich unter der Mailadresse verwaltung-gesundheitsamt@lkgi.de zu melden.

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