Corona-Krise

Mythos „Hamsterkäufe“ in Gießen: Nachfrage nach Klopapier steigt tatsächlich

Haben wir nichts aus dem Beginn der Corona-Pandemie gelernt? Die Meldungen über Hamsterkäufe mehren sich. Auch in Gießen stellen Supermärkte fest, dass sich das Kaufverhalten geändert hat. 

  • Die Corona-Lage spitzt sich zu – und damit steigt offenbar auch die Nachfrage an Toilettenpapier.
  • Das Statistische Bundesamt beobachtet das ein verändertes Kaufverhalten: Hamsterkäufe?
  • Auch in manchen Supermärkten in Gießen macht sich die Entwicklung bemerkbar.

Gießen – Leeren sich in Gießen die Regale im Supermarkt, kaum dass die Infektionszahlen steigen? Eigentlich sollte man meinen, wir hätten aus den ersten Wochen der Pandemie gelernt: Toilettenpapier war vielerorts in Deutschland fast ausverkauft, nur mit viel Glück ergatterte man noch ein Päckchen Hefe und der Großteil an Konserven fehlte in den Läden bereits am Vormittag. Jetzt, da sich die Corona-Lage wieder verschärft, könnte sich das Einkaufsdrama Hamsterkäufe wiederholen.

Stichprobe in Gießen: Fegen Hamsterkäufe erneut die Regale leer?

Die Meldungen über leere Regale nehmen wieder zu und auch das Statistische Bundesamt (Destatis) bestätigte eine erhöhte Nachfrage nach bestimmten Produkten. Insbesondere Toilettenpapier, Mehl, Hefe, Desinfektionsmitteln und Seife seien aktuell sehr gefragt. Der Umsatz an Toilettenpapier habe sich fast verdoppelt. Seit Mitte Oktober wurde es im Vergleich zum Durchschnitt der Monate August 2019 bis Januar 2020 ganze 89,9 Prozent mehr gekauft.

Für die Statistik sammelte das Statistische Bundesamt Daten von Supermärkten in der ganzen Republik und wertete diese aus. Das Bundesamt betonte jedoch, dass die Daten nur begrenzt repräsentativ seien, da sie „experimentellen Charakter“ hätten. Sie lassen sich somit nicht auf alle Einkaufsläden gleichermaßen übertragen. Doch auch in Gießen bestätigt eine kleine Stichprobe: Die Nachfrage ist teils gestiegen – wenn auch noch kein Grund zur Panik besteht.

Supermärkte in Gießen: Hygieneartikel und Toilettenpapier besonders gefragt

So lässt sich laut den Verantwortlichen der real-Filiale in der Gottlieb-Daimler-Straße in Gießen bereits erkennen, dass sich einige Menschen für den vermeintlich drohenden Lockdown rüsten. Hier soll vor allem der Umsatz von Toilettenpapier und vielen anderen Hygieneartikeln gestiegen sein. Als Hamsterkäufe würde die Marktleitung das Kaufverhalten jedoch noch nicht bezeichnen. Diese würden ohnehin unterbunden, indem nur zwei Päckchen pro Haushalt gekauft werden dürfen.

Auch aus dem Rewe-Center im Schiffenberger Tal hört man Ähnliches. Auch hier soll der Absatz an Toilettenpapier leicht gestiegen sein, die Menschen seien jedoch noch größtenteils entspannt und hielten sich an die Regel, nur so viel Toilettenpapier wie nötig zu kaufen, hieß es auf Anfrage. Leere Regale oder gar Lieferengpässe seien hier noch nicht abzusehen. Eine Edeka-Filiale in Gießen hat dagegen bereits andere Erfahrungen gemacht.

Supermärkte in Gießen: Regeln sollen Hamsterkäufe von Toilettenpapier unterbinden

Seit sich die Corona-Lage im Kreis Gießen zuspitzt, wurden hier wieder Hamsterkäufe beobachtet. Insbesondere Toilettenpapier würden einige Personen in Massen kaufen – obwohl auch dieser Supermarkt Regeln für den Kauf festgelegt hat: Maximal ein Päckchen pro Haushalt. Momentan beschränken sich diese mutmaßlichen Hamsterkäufe jedoch nur auf Toilettenpapier. Andere Produkte wie Nudeln, Mehl oder Hefe seien noch nicht betroffen, berichtet die Leitung.

Obwohl gähnende Leere in vereinzelten Regalen deutscher Supermärkte befürchten lassen, es drohe ein erneuter Mangel an Produkten, sind die Ausmaße der ersten Hochphase der Corona-Krise also längst nicht erreicht. Damals hatte sich der Umsatz an Toilettenpapier sogar verdreifacht und Seife wurde viermal sooft gekauft, wie vor der Verbreitung des Coronavirus. Politik und Wirtschaftsverbände betonen, dass die Versorgung mit „Gütern des täglichen Bedarfs“ weiterhin gesichert ist – Lieferknappheit bestehe momentan keine. (tt)

Lesen Sie alle neuen Entwicklungen zum Coronavirus in unserem News-Ticker für Gießen.

Rubriklistenbild: © Tom Weller/dpa

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