Am zweiten Sonntag im März sind in Hessen Kommunalwahlen, bestimmen die Bürger, wer ihre Interessen in Ortsbeiräten, Gemeindevertretungen, im Kreistag oder im Ausländerbeirat wahren soll. Zumindest fürs Gießener Land gilt: Die Wahlvorschläge bergen nur wenige Überraschungen. SYMBOLFOTO: DPA
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Am zweiten Sonntag im März sind in Hessen Kommunalwahlen, bestimmen die Bürger, wer ihre Interessen in Ortsbeiräten, Gemeindevertretungen, im Kreistag oder im Ausländerbeirat wahren soll. Zumindest fürs Gießener Land gilt: Die Wahlvorschläge bergen nur wenige Überraschungen. SYMBOLFOTO: DPA

DIE ZULASSUNG

AfD gibt nur in Linden ihr Debüt

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Am 14. März werden Gemeindeparlamente und Kreistag neu gewählt. Bis gestern Abend konnten Parteien und Wählervereinigungen ihre Kandidatenlisten bei den Wahlleitern einreichen. Schon jetzt steht fest: Die Parlamente bleiben bunt.

Der 14. März ist der erste große Wahltag des Jahres in Hessen. Landesweit werden Ortsbeiräte und Gemeindevertretungen gewählt, zudem Kreistage und Ausländerbeiräte. Bis gestern 18 Uhr konnten Bewerber auch im Kreis Gießen ihre Wahlvorschläge einreichen.

Allein für die Arbeit im Kreistag interessieren sich neun Parteien. Da es keine Fünf-Prozent-Hürde mehr gibt, haben auch kleinere Parteien oder Wählervereinigungen Chancen auf ein Mandat.

Mit Spannung erwartet wurde, wo sich die AfD bewirbt. Bislang ist die Partei nur im Kreistag und in der Stadtverordnetenversammlung Gießen vertreten. Unter dem Namen "Konservative Liste" bewerben sich Vertreter der Rechten jetzt auch um Sitze im Kreisausländerbeirat .

Darüber hinaus tritt die AfD, was Wahlen zum Stadtparlament angeht, nur in Linden an. Zudem gibt es einen AfD-Kandidaten für den Ortsbeirat für Villingen. Weitere Neuerung in Linden: Da treten auch die Linken an.

Nachfolgend eine Übersicht, wer bei den Wahlen zu den Gemeindevertretungen (außer Stadt Gießen) und zum Kreistag kandidieren will.

Im Landkreis Gießenbewerben sich neun Parteien respektive Wählervereinigungen um die 81 Mandate im künftigen Kreistag: CDU, SPD, FDP, Freie Wähler, Grüne, Gießener Linke, AfD, Volt und Die Partei. Dem aktuellen Kreistag gehört zudem ein Vertreter der Piratenpartei an, die diesmal keine Kandidaten benannt hat. Im Kreis regiert derzeit ein Bündnis aus SPD, Freien Wählern und Grünen. - Die aktuelle Sitzverteilung: SPD (23), CDU (19), AfD (12),, Grüne (9), FW (9), FDP (4), Gießener Linke (4), Piraten (1).

Allendorf/Lumda(23 Sitze): In der kleinsten Kreisgemeinde bleibt alles beim Alten. Es treten an: CDU, SPD, FW, Grüne und Bürger für Allendorf/FDP. - Aktuelle Sitzverteilung/Mehrheit: SPD (5), CDU (4), FW (7), Grüne (3), BfA/FDP (4); keine Koalition.

In Biebertaltreten CDU, SPD; Grüne, FDP und Freie Wähler an. Für die Ortsbeiräte gibt es jeweils eine offene Bürgerliste; - Aktuelle Sitzverteilung/Mehrheit: CDU (5), SPD (9), Grüne (4), Freie Wähler (13); FW-CDU-Koalition.

Buseck(37 Sitze): "Weiter mit vier Fraktionen" heißt es in Buseck. CDU, SPD, FW und Grüne treten an. - Aktuelle Sitzverteilung/Mehrheit: SPD (14), FW (12), CDU (9), Grüne (2); rot-schwarze Koalition Ende 2018 geplatzt, seither spielen FW und CDU ihre Mehrheit mit gemeinsamen Anträgen aus.

In Fernwald(27 Sitze) haben CDU, Grüne, SPD, FDP und Freie Wähler Vorschläge eingereicht. - Aktuelle Sitzverteilung/Mehrheit: CDU (6), SPD (10), Grüne (3), Freie Wähler (7), FDP (1); lose Kooperation von SPD und FW.

Grünberg(37 Sitze): Kontinuität in der Gallusstadt: Wie seit vielen Jahren bewerben sich CDU, SPD, FW, Grüne und FDP um Mandate im Stadtparlament. - Aktuelle Sitzverteilung/Mehrheit: CDU (9), SPD (8), FW (13) Grüne (4), FDP (3); keine Koalition.

In Heuchelheimtreten CDU, SPD, Grüne, Freie Wähler, FDP und die Kinzenbacher Wählerinitiative an. Die künftige Gemeindevertretung hat nur noch 27 statt bislang 31 Sitze. - Aktuelle Sitzverteilung/Mehrheit: CDU (11), SPD (8), Grüne (4), Freie Wähler (3), FDP (2), KWI (3); CDU/FW/FDP-Koalition.

Hungen(37 Sitze): Mit der "Bürgerliste pro Hungen" betritt - neben CDU, SPD, FW und Grünen - ein neuer Akteur die Bühne. Im Ortsbeirat Villingen bewirbt sich ein AfD-Mann um ein Mandat. - Aktuelle Sitzverteilung/Mehrheit im Stadtparlament: CDU (9), SPD (10), Freie Wähler (14) Grüne (4); keine Koalition.

Langgöns(37 Sitze): In der Südkreisgemeinde gibt es eine gravierende Veränderung: Der FDP-Ortsverband befindet sich in Auflösung, es treten daher nur CDU, SPD, Grüne und FW an. - Aktuelle Sitzverteilung/Mehrheit: CDU (12), SPD (12), FWG (6) Grüne (5), FDP (2); CDU/Grüne/FDP-Koalition.

Laubach(31 Sitze): In der alten Residenzstadt treten wieder sieben Parteien und Wählergruppen an: CDU, SPD, FW, Grüne, FDP, Bürger für Laubach (BfL) und Freie Bürgerliste Laubach (FBLL). - Aktuelle Sitzverteilung/Mehrheit: CDU (7), SPD (6), Grüne (3), FW (10), BfL (2), FBLL (2), FDP (1, bis September, als der einzige Mandatsträger zur BfL wechselte); CDU/FW-Mehrheitsbündnis.

Lich(37 Sitze): Neben CDU, SPD, Grünen, FDP, FW und DBL tritt in Lich erstmal die Wählergruppe "Bürger für ein lebenswertes Lich" (BfL) an. - Aktuelle Sitzverteilung/Mehrheit: CDU (9), SPD (11), Grüne (4), Freie Wähler (8), FDP (4), DBL (1); keine Koalition.

In Linden(37 Sitze) bewerben sich CDU, SPD, Grüne, Freie Wähler, FDP und erstmals Linke und AfD um Mandate im Stadtparlament. - Aktuelle Sitzverteilung/Mehrheit: CDU (15), SPD (9), Grüne (4), FDP (2), Freie Wähler (6), eine Fraktionslose; keine Koalition.

In Lollar(31 Sitze) treten CDU, SPD, Grüne und FDP wieder an.- Aktuelle Sitzverteilung/Mehrheit: CDU (9), SPD (13), Grüne (5), FDP (4); rot-grüne Koalition.

In Pohlheim(37 Sitze) haben erwartungsgemäß CDU, SPD, Grüne, Freie Wähler und die FDP Wahlvorschläge eingereicht. - Aktuelle Sitzverteilung/Mehrheit: CDU (14), Freie Wähler (5), SPD (12), Grüne (4), FDP (2); CDU/FW-Koalition.

Rabenau(23 Sitze): Zu den "traditionellen" Parteien tritt erstmals die Liste "Bürger für Rabenau e.V" um den früheren FW-Politiker und -Bürgermeisterkandidaten Christoph Nachtigall an. - Aktuelle Sitzverteilung/Mehrheit: CDU (6), SPD (7), FW (8), Grüne (2); keine Koalition.

Reiskirchen(31 Sitze): Keine neuen Namen in Reiskirchen, also treten an: CDU, SPD, FW, Grüne. - Aktuelle Sitzverteilung/Mehrheit: CDU (9), SPD (10), Freie Wähler (9), Grüne (3); keine Koalition.

In Staufenberg(27 Sitze) haben CDU, SPD, Freie Wähler, die Grün-Alternative Liste und die FDP Wahlvorschläge eingereicht. Die Liberalen sind derzeit nicht in der Stadtverordnetenversammlung vertreten. - Aktuelle Sitzverteilung/Mehrheit: CDU (7), SPD (10), Grün-Alternative Liste (4), Freie Wähler (6); SPD-GAL-Koalition.

In Wettenberg(37 Sitze) bewerben sich die gleichen Parteien und Wählervereinigungen um die Mandate in der Gemeindevertretung wie 2016. Neben SPD, CDU, Grünen und Freien Wählern hat gestern noch die FDP einen Vorschlag eingereicht. - Aktuelle Sitzverteilung/Mehrheit: CDU (9), SPD (17), Grüne (4), Freie Wähler (6), FDP (1); rot-grüne Zusammenarbeit.

Die Wahlleiter haben die eingereichten Wahlvorschläge auf formale Aspekte hin geprüft. Wer letztendlich zur Wahl zugelassen wird, das entscheiden Wahlausschüsse 58 Tage vor dem Wahltermin, also am 15. Januar. tb/so

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