Bald allein auf der Baustelle? Baufirmen steuern auf einen verschärften Fachkräftemangel zu, warnt die IG BAU. FOTO: PM
+
Bald allein auf der Baustelle? Baufirmen steuern auf einen verschärften Fachkräftemangel zu, warnt die IG BAU. FOTO: PM

Gewerkschaft fürchtet Fachkräftemangel

  • vonred Redaktion
    schließen

Gießen(pm). Handwerker gesucht: Der Mangel an Fachkräften könnte für Baufirmen im Landkreis Gießen in den nächsten Jahren zu einem ernsten Problem werden. Davor warnt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und verweist auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Danach gibt es in den Bauberufen immer größere Schwierigkeiten, Personal für offene Stellen zu finden.

Im vergangenen Jahr blieben im Kreis Gießen 49 Stellen in der Branche länger als 90 Tage unbesetzt. 2018 waren es 48 Stellen, ein Jahr zuvor 39. "Ob es um den Bau von Wohnungen und Straßen oder die Sanierung von Brücken geht - viele Firmen arbeiten wegen der anziehenden Nachfrage längst am Limit. Und das sogar in Zeiten von Corona. Um die Aufträge zu bewältigen, müssen sie jetzt in die Fachleute von morgen investieren", sagt Doris Hammes, Bezirksvorsitzende der IG BAU Mittelhessen. Die Branche müsse jedoch deutlich attraktiver werden. Das fange bei einer besseren Bezahlung an, so Hammes. In der laufenden Tarifrunde für das Bauhauptgewerbe fordert die Gewerkschaft ein kräftiges Lohn-Plus. Außerdem soll die lange, bislang meist unbezahlte Fahrerei zur Baustelle entschädigt werden.

Wie sehr der Fachkräfte- bedarf in Zukunft anwachsen könnte, zeigt eine Studie der Sozialkassen des Baugewerbes. Danach dürften in den nächsten zehn Jahren bundesweit 150 000 Bau-Beschäftigte in Rente gehen. Das ist jeder sechste Arbeitnehmer in der Branche.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare