»Gewässer-Netzwerk erhalten und verbessern«

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Gießen (pm). Zahlreiche Kommunen beteiligen sich an dem Renaturierungsprojekt »100 wilde Bäche«. Zum heutigen »Weltwassertag« berichtet das Regierungspräsidium (RP) Gießen von den Fortschritten des bisher einjährigen Projekts, das 25 mittelhessische Gewässer betrifft. Zu ihnen zählen im Landkreis Gießen: Bieber, Krebsbach, Lauter und im Vogelsbergkreis:

Brenderwasser, Moosbach, Örtenröder Bach, Rombach.

Der Weltwassertag steht diesmal unter dem Motto »Valuing Water«: »Dieser große ›Wert des Wassers‹ zeigt sich vor allem in dem natürlichen Netzwerk, das sich durch unsere mittelhessische Region zieht«, sagt Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich. Das gehe weit über finanzielle Gesichtspunkte hinaus und umfasse auch den ökologischen, sozialen sowie kulturellen Wert des Wassers und der Gewässer. Sie kreuzen bei einem Sonntagsspaziergang den Weg, im Sommer hält sich der Mensch gerne in ihrer Nähe auf und nutzt sie zur Abkühlung. Sie werden mit Booten befahren und für die Wasserkraftnutzung gebraucht. Gewässer sind vor allem aber wertvolle Lebensräume für unterschiedlichste Lebewesen.

»Umso wichtiger ist es, dieses Netzwerk zu erhalten, zu schützen und zu verbessern«, sagt Ullrich. Dies geschieht unter anderem durch die Maßnahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL).

Umsetzungen stehen an

Um deren Ziele bis 2027 weiter voranzutreiben, hatte das hessische Umweltministerium das Projekt »100 wilde Bäche« ins Leben gerufen. Die Umsetzung der Maßnahmen wird bis zu 95 Prozent aus Landesmitteln finanziert werden.

Zahlreiche Bäche in Mittelhessen sind verändert worden. »Dies ist unter anderem auf eine intensive landwirtschaftliche Nutzung, Wasserkraftanlagen und sich ausdehnende Siedlungen in den vergangenen Jahrzehnten zurückzuführen«, erläutert Lisa Schwarz vom RP-Dezernat für Oberflächengewässer und Hochwasserschutz. Viele Gewässer wurden begradigt, verlegt, verrohrt, verbaut und mit Querbauwerken versehen. »Das Projekt soll dazu beitragen, die Gewässer wieder in ihren weitestgehend ursprünglichen und naturnahen Zustand zurückzuversetzen.« Dadurch werden zudem zusätzliche Retentionsräume geschaffen und ein Beitrag zum Hochwasserschutz geleistet.

Inzwischen wurden zahlreiche Runde Tische mit den Kommunen veranstaltet und Gewässerschauen durchgeführt. »Dabei werden geeignete Maßnahmen festgelegt. Beispielsweise werden Wehre und Abstürze beseitigt, die die Wasserorganismen am Durchwandern des Gewässers hindern, Gewässerrandstreifen erworben und Strukturmaßnahmen festgelegt, um diese zu fördern«, berichtet Schwarz. An vielen Gewässern ist nun die Planung der Umsetzung der nächste Schritt.

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