Gesucht: Vorbilder der Nachhaltigkeit

  • Thomas Brückner
    VonThomas Brückner
    schließen

Grünberg (tb). Sieben hessische Kinos erhalten in diesem Jahr professionelle Unterstützung, um ihre Kenndaten für Nachhaltigkeit zu verbessern. Um das Förderprogramm des Ministeriums für Kunst und Kultur erfolgreich beworben haben sich auch die Grünberger Lichtspiele von Edith Weber.

»Vielen Betreiberinnen und Betreibern«, so Staatsministerin Angela Dorn in einer Pressemitteilung, »liegt Nachhaltigkeit am Herzen«. Gerade in dieser angespannten Zeit der Pandemie benötigten diese aber Unterstützung. Deshalb helfe das Land ausgewählten Kinos dabei, »ihrem Bewusstsein für ökologische und soziale Themen Taten folgen zu lassen.« Auf dass sie auch anderen neue Möglichkeiten aufzeigten und zur Nachahmung anregten, wie die Grünen-Politikerin anfügt.

Wasserschaden: Erst am 22. Juli Neustart

Wie Weber gegenüber dieser Zeitung sagte, sei in ihrem Betrieb der »Nachhaltigkeits-Fokus« auf Energieeffizienz gerichtet. Was vor allem für die Beheizung der beiden Säle »Apollo« und »Turm« gelte, da noch von einer Ölheizung erwärmt.

Mit der vom Land finanzierten Beratung wird ihr nun ein individualisiertes Sanierungs- und Investitionskonzept avisiert.

Aktuell freilich drehen sich die Gedanken der 78-Jährigen noch nicht um Themen wie Einsparung von Treibhausgas durch effiziente Wärmeerzeugung. Nach dem Starkregen der letzten Tag sind eine Schar von Handwerkern beschäftigt, einen Wasserschaden zu beheben und einer Wiederholung vorzubeugen, Arbeiten, die die Verschiebung der geplanten Eröffnung um eine Woche auf den 22. Juli erzwungen haben.

Zurück zum Förderprogramm: Was die anderen, vom Land genannten »Dimensionen der Nachhaltigkeit bei Kinos« angeht, sieht die Grünbergerin wenig Potenzial oder auch nur Gelegenheiten.

Wiesbaden zählt dazu etwa Senkung des Verbrauchs an Strom (ein Stichwort: Server), an Druck- und Büromaterial, ferner emissionsarme Mobilität (Mitarbeiter nutzen ÖPNV), umweltschonende Reinigung und Abfallvermeidung.

Dass es in ihrem Kino etwa schon lange keine Plastik- becher mehr gebe und auf Mülltrennung bzw. Recycling geachtet werde, merkte Weber dazu an.

Der Vollständigkeit halber seien als weitere Dimensionen »Film und Kultur« sowie »Soziales und Ökonomie« erwähnt. Dabei geht es um vorbildhafte Spots oder Filmreihen zum Thema und Bemühungen der Betreiber um Barrierefreiheit, Inklusion, Integration. Expertise wird den Referenzkinos aber auch bei der Entwicklung zukunftsfähige(re)r Geschäftsmodelle gewährt. Das Förderprogramm läuft seit 2016, inzwischen haben 32 und damit fast ein Drittel der hessischen Kinos mitgemacht. Alle zwei Jahre er-halten vorbildhaft-nachhaltige Häuser zudem einen Preis, das nächste Mal 2022.

Mit im Boot sind auch heuer das Film- und Kinobüro Hessen als Interessenvertretung der Lichtspielhäuser. Ferner das Frankfurter Unternehmen »Lust auf besser Leben«, das sich den globalen Nachhaltigkeitszielen verschrieben hat und mit dem Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Wirtschaft e.V. kooperiert, um so die versprochenen individuellen Beratungen anbieten zu können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare