Neujahrsempfang von Asklepios-Klinik und Stadt Lich im Arnsburger Dormitorium: (v.l. in der ersten Reihe) Stadtverordnetenvorsteher Hans-Ludwig Ensle, Bürgermeister Dr. Julien Neubert,. Festredner Sven Astheimer, Ärztlicher Direktor Dr. Thilo Schwandner und Geschäftsführer Uwe List. FOTO: US
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Neujahrsempfang von Asklepios-Klinik und Stadt Lich im Arnsburger Dormitorium: (v.l. in der ersten Reihe) Stadtverordnetenvorsteher Hans-Ludwig Ensle, Bürgermeister Dr. Julien Neubert,. Festredner Sven Astheimer, Ärztlicher Direktor Dr. Thilo Schwandner und Geschäftsführer Uwe List. FOTO: US

Gestern Davos, heute Arnsburg

  • Ursula Sommerlad
    vonUrsula Sommerlad
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Ein Magier, der Gedanken lesen kann und ein Festredner, der quasi direkt vom Weltwirtschaftsforum in Davos nach Kloster Arnsburg geeilt war: Der Neujahrsempfang von Asklepios-Klinik und Stadt Lich bot gute Unterhaltung und hielt einige Überraschungen bereit.

Am Sonntag saß Sven Ast-heimer zwischen Bürgermeister Dr. Julien Neubert und dem Ärztlichen Direktor Dr. Thilo Schwandner in der ersten Reihe des Arnsburger Dormitorums. Wenige Tage zuvor war der Leitende Redakteur aus der Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im verschneiten Davos noch ganz zufällig Apple-Chef Tim Cook über den Weg gelaufen. Als Festredner beim Neujahrsempfang, den die Asklepios-Klinik und die Stadt Lich gemeinsam ausrichteten, ließ er die Zuhörer an seinen noch taufrischen Eindrücken vom Weltwirtschaftsforum in Davos teilhaben. Von einem Ort also mit extremer Promidichte, an dem man die Mächtigen dieser Welt in freier Wildbahn treffen kann.

Astheimers Erkenntnis nach einer Woche Davos: "Da vollziehen sich spannende Veränderungen." Ein Paradigmenwechsel weg vom Shareholder Value - also den Interessen der Aktionäre - hin zum Stakeholder Value - den Interessen der Allgemeinheit - zeichne sich ab. Dass es sich nicht nur um Lippenbekenntnisse handelt, sondern dass sich in Sachen Nachhaltigkeit wirklich etwas tun könnte, machte der Referent an zwei Entwicklungen fest: dem Druck der Finanzmärkte und den Protesten der jungen Generation. "Die werden nicht locker lassen", prognostizierte er. Unternehmen müssten sich auf diese Veränderungen und die Bedürfnisse der "Generation X" einstellen. Die wolle nämlich nicht nur Jobs, die wolle einen Sinn. Künftig reiche es also nicht mehr aus, zu sagen, was man tut. Man müsse erklären können, warum man es tut und wie man es tut.

Dass Fachkräftemangel und Personalgewinnung auch für die Asklepios-Klinik ein großes Thema sind, hatten zuvor Geschäftsführer Uwe List und der Ärztliche Direktor Schwandner in ihren Grußworten erwähnt. Die Klinik sei weiter auf Wachstumskurs, sagte List und verwies unter anderem auf Pläne für eine Kardiologie. Schwandner zollte insbesondere den Beschäftigten im Pflegedienst allergrößten Respekt für ihre täglichen Leistungen. "Alle Mitarbeiter sollen gerne zur Arbeit kommen" - an diesem Bestreben halte man fest.

Julien Neubert, als Bürgermeister gerade einmal zehn Tage im Amt, ist der erste Rathaus-Chef, der in der Klinik am Höhlerberg zur Welt gekommen ist. Der im letzten Jahr verstorbene ehemalige Bürgermeister Konrad Hannes habe in den 1960er Jahren erfolgreich für Lich als Standort des damaligen Kreiskrankenhauses gekämpft. "Es hat der Stadt gut getan", sagte Neubert, der einige Herausforderungen fürs kommende Jahrzehnt skizzierte: bezahlbaren Wohnraum, den demographischer Wandel, die Digitalisierung und den Klimawandel. "Ich hoffe auf goldene Zwanziger Jahre, sagte er. Zunächst aber freut er sich auf die Kindertagesstätte mit Familienzentrum, die Stadt und Klinik aktuell gemeinsam realisieren und die im kommenden Mai eröffnet werden soll.

Riesenapplaus für Mentalmagier

Für Unterhaltung sorgte der Licher Chor "Last 5 minutes" unter Leitung von Astrid Platen mit seinen teils amüsanten, teils anrührenden musikalischen Intermezzi. Riesenapplaus gab es auch für den Mentalmagier Nicolai Friedrich, der Gedanken lesen und in die Zeit reisen kann und den Besuchern die abschließende Erkenntnis vermittelte: "Die menschliche Wahrnehmung ist beschränkt."

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