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Hans Schmidt

Gestalter Hüttenbergs

  • VonPatrick Dehnhardt
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Hüttenberg (pad/jow). Es war bei einem Pressegespräch 2018 in seinem Wohnzimmer: Hans Schmidt verschwand kurz in einem Nachbarzimmer, kam dann mit strahlenden Augen mit einer Styroporplatte zurück. Als er sie umdrehte, wurde das Wappen von Hüttenberg sichtbar. »Das ist der erste Entwurf«, sagte er stolz.

Es ist ein Moment mit Symbolcharakter: Schmidt hat Hüttenberg gestaltet, geprägt und geliebt. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ist er an den Folgen einer Kopfverletzung im Alter von 86 Jahren gestorben.

In Dornholzhausen am 22. Juni 1935 geboren, erlernte er den Beruf des Metzgers, legte später die Meisterprüfung ab. Beim Tanz im Saalbau Franz in Hochelheim und bei der Kirmes in Dornholzhausen lernte er seine Frau Elfriede kennen, die er 1957 heiratete. Drei Kinder gingen aus der Ehe hervor, sieben Enkel und fünf Urenkel gehören zur Familie.

Seine zunächst ehrenamtliche Karriere startete Hans Schmidt in der Gemeindevertretung des damals noch selbstständigen Ortsteils Hörnsheim. Hier wurde er am 1. Dezember 1964 als ehrenamtlicher Bürgermeister gewählt.

Der Ort war damals noch selbstständig, hatte eine eigene Verwaltung. »Es musste reformiert werden. In dieser Weise konnten die Gemeinden nicht mehr weitermachen«, sagte er 2018. Hörnsheim und Hochelheim hatten damals kein gutes nachbarschaftliches Verhältnis. Schmidt betätigte sich als Brückenbauer, sorgte dafür, dass auf der Grenze das Hallenbad, die Bürgerstuben und die Sporthalle als gemeinsame Treffpunkte gebaut wurden. Längst ist die Grenze verschwunden.

Schmidt wurde erster hauptamtlicher Bürgermeister der neuen Gemeinde und blieb es über Jahrzehnte: Erst 1999 zog er sich zurück. In dieser Zeit erlebte er auch einen seiner größten Schockmomente: Den Einsturz des Bürgerhausdaches 1981, nur wenige Stunden vor der Generalversammlung der Hüttenberger Bank. »Wir sind bewahrt worden«, sagte er rückblickend.

Zudem war er in vielen Vereinen aktiv, stand 25 Jahre dem Männergesangverein Eintracht als Vorsitzender vor. Auch in den überörtlichen Gremien engagierte er sich für »seine« Freie Wählergemeinschaft (FWG). Von 1972 bis 1999 gehörte er dem Kreistag, unter anderem als stellvertretender Kreistagsvorsitzender, an. Er wird als »Macher« zum Wohle der Gemeinde in Erinnerung bleiben. FOTO: JOW

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