Geschichtsverein schließt seine Auflösung nicht aus

  • vonred Redaktion
    schließen

Lahnau(pm). Der geschäftsführende Vorstand des Geschichtsvereins Lahnau erhält Verstärkung: Dieter Schmidt wurde auf der Jahreshauptversammlung zum zweiten Vorstandsmitglied gewählt, zuständig für Veranstaltungen und das Heimatmuseum. Er unterstützt damit Ralf Stahl (zuständig für die Vereinsführung und Veranstaltungen) und Klaus Wenzel (Finanzen), die in ihren Positionen bestätigt wurden. Stahl und Wenzel befristeten ihre Zusagen jedoch mit dem Vorbehalt, dass sich für Verein und Museum im kommenden Jahr eine deutlich positivere Perspektive abzeichne. Sollten sich bis zum 31. Dezember 2021 keine gravierenden Neuerungen ergeben haben, würde eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden, welche "im schlimmsten Falle die Auflösung des Vereins zu beschließen hätte", teilte der Verein mit.

Schmidt war viele Jahre in der Kommunalpolitik aktiv und als Erster Beigeordneter der Gemeinde tätig. Als Sohn des langjährigen Museumsleiters Erwin Schmidt verfolgt er zudem seit Jahrzehnten die Entwicklung des Heimatmuseums und des Geschichtsvereins. Dieser Hintergrund prädestiniert ihn für die kommenden Aufgaben, denn der Geschichtsverein plant, mit der Gemeinde Lahnau Gespräche über den 2004 geschlossenen Trägerschaftsvertrag für das Museum aufzunehmen. Der Vertrag war ursprünglich bis 2010 befristet und verlängerte sich danach automatisch jeweils um fünf Jahre.

Die im Vertrag enthaltene Protokollnotiz, dass die Gemeindegremien über die Nachfolge für den damaligen ehrenamtlichen Museumsleiter bis zum 31. Dezember 2004 zu befinden hätten, wurde bis heute nicht umgesetzt. Stahl sagte, dass der Geschichtsverein sich personell nicht mehr in der Lage sehe, die Museumsbetreuung zu stellen. Eine professionelle Kraft könne nur über die Gemeinde als Eigentümer der Liegenschaft angestellt werden.

Erschwerend hinzu kommt laut Stahl die ungewisse Zukunft des Vereins angesichts der Altersstruktur - rund die Hälfte der Mitglieder ist älter als 70 Jahre - sowie von zu wenigen aktiven ehrenamtlichen Mitarbeitern. Die ohnehin schon knappen Kräfte würden vor allem durch die Museumsbetreuung gebunden. Es bleibe zu wenig Zeit und Energie für die Kernaufgaben des Vereins wie Geschichtsforschung und -dokumentation.

Heinz Rauber, Mitglied im Geschichtsverein, aber auch im Vorstand des Fördervereins Römisches Forum Waldgirmes, berichtete von vergleichbaren Problemen im Förderverein. Dieser habe auch Probleme, aktive Mitstreiter für die vielfältigen Vereinstätigkeiten zu finden.

Die Versammlung war sich im Klaren darüber, dass der Geschichtsverein und der Förderverein nur "überleben" können, wenn die Aktivitäten neu ausgerichtet werden. Aus diesem Grund gibt es von beiden Seiten seit längerer Zeit Überlegungen, die Vereine zusammenzuschließen. Ob und in welcher Form dies geschehen soll, darüber müssen noch Gespräche geführt werden. Auf der Jahreshauptversammlung des Geschichtsvereins zeichnete sich jedoch ab, dass der bisherige Widerstand in Bezug auf einen Zusammenschluss bröckelt.

Stahl sagte, nur durch eine Neuausrichtung der Vereinsstruktur, der Aktivitäten und der Präsentation in der Gemeinde könne es gelingen, die Menschen für die Geschichte zu begeistern. "Das geht aber nur, wenn wir neue Wege gehen."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare