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Übergabe der Auszeichnung an den 113 Jahre alten Wasserturm am Rande von Reinhardshain mit deutlich jüngeren Gästen im Vordergrund.

Geschichte(n) sichtbar machen

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Grünberg (tb). Mal abgesehen von der Sprache - verbindendes Merkmal der Region Mittelhessen ist für Manuel Heinrich die frühe Industrialisierung, ermöglicht durch den Reichtum an Bodenschätzen. Eisenerz vor allem ist da zu nennen, das vom 19. Jahrhundert bis in die 1960er hierzulande in großem Maßstab gefördert wurde. Aber auch das reichlich vorhandene, gute Wasser, fügt der Sprecher der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH hinzu:

»Denken Sie an Selters.«

Einer von 28 Orten der Industriekultur

Anlass für diesen Hinweis, zumal an passender Stelle, war die Auszeichnung des Reinhardshainer Wasserturms als »Ort der Industriekultur«. In Anwesenheit von Ortsvorsteher Rüdiger Hefter, Bürgermeister Frank Ide und Johanna Buckle (Städtemarketing Grünberg) wurde die Tafel übergeben, die die Bedeutung des Ortes und seine Geschichte erklärt.

Mit dabei auch Elke Hochgesand, Stellvertretende Regionalmanagerin des Vereins »Gießener Land«, handelt es sich hier doch um eine Kooperation der sieben LEADER-Regionen Mittelhessens.

Der 18 Meter hohe Turm ist einer von 28 Orten der Industriekultur. Auf allen, so formulierte es Heinrich, fußten ganz viele Geschichten; von Unternehmen, von Menschen. Davon zu erzählen, ihren Stellenwert für die Region erlebbar zu machen, das ist der Ansatz für dieses Projekt. Zur lebendigen Industriekultur, so wieder der Pressesprecher, gehörten freilich neben historischen Stätten und Museen auch neuzeitliche Science Center. Ferner thematische Rad- und Wanderwege - etwa der »Erzweg« im Raum Mücke, Grünberg und Laubach - oder ganze Städte und Unternehmen in Mittelhessen. Eines betonte Heinrich am Ende: »Das Projekt funktioniert nur mit und durch die Menschen vor Ort.« Als gutes Beispiel nannte er da den Kulturring Weickartshain. »Das Regionaltypische sichtbar machen, darum geht es«, ergänzte Elke Hochgesand. Ihr Verein »Gießener Land« verantwortet die Verteilung der EU-Gelder aus dem LEADER-Programm zur Förderung des ländlichen Raums. Ein Beispiel dafür ist die »Wasserkunst« in Grünbergs Brunnental, das v.a. der Tourismusförderung dient. Bei den Orten der Industriekultur steht Identitätsstiftung im Vordergrund, doch passen auch sie offensichtlich ins Konzept. Vom 1. bis 4. Juli sind übrigens die zweiten »Tage der Industriekultur« geplant. Je nach Lage der Pandemie mit digitalen wie analogen Angeboten, auch in Grünberg.

Ide: Nicht erhofft, dass er so wichtig ist

Der Wasserturm mit seinem 125 Kubikmeter fassenden Hochbehälter wurde 2001 sozusagen mehr als flüssig, da die Dieberggruppe eine neuen Tiefbehälter in Betrieb nahm. Die Stadt übernahm darauf das imposante Bauwerk in ihr Eigentum. »Er ist uns wichtig«, stellte Ide vor den Gästen heraus. Und mit Blick auf die Auszeichnung: »Dass er so wichtig ist, hätten wir nicht erhofft.«

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Mit der App »Industriekultur Mittelhessen«, gleichsam eine Art Vernetzungsmodul, sind jederzeit Informationen zu den 28 Objekten und Orten abrufbar.

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