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Der Abschnitt der Gießener Straße hinter der "Bieberlies"-Grünanlage in Heuchelheim soll saniert werden.

Geld zum Stopfen der Löcher

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Das Rathaus am Linnpfad soll generalüberholt und erweitert werden. Zudem wird ein kleiner Abschnitt der Gießener Straße instand gesetzt. Dafür erhält die Gemeinde Heuchelheim 850 000 Euro Zuschuss vom Land Hessen.

Im Aufzug ist schon mal ein Brautpaar auf dem Weg zum Trauzimmer im zweiten Stock steckengeblieben, erinnert Finanzfachmann Holger Scheld schmunzelnd. Und sein Chef, der Heuchelheimer Bürgermeister Lars Burkhard Steinz, versichert: Er habe angewiesen, dass freitags nach 13 Uhr niemand mehr den alterschwachen Lift nutzen dürfe - um nicht Gefahr zu laufen, unfreiwillig ein Wochenende im Rathaus zu verbringen.

Bereits im kommenden Winter soll mit einer Generalüberholung des bald 50 Jahre alten Verwaltungsgebäudes am Linn begonnen werden. Das Erneuern des Aufzugs ist nur eine von etlichen Baustellen. Vor allem soll der Sitzungssaal abgerissen werden. Er wird einem Neubau weichen. Dort wird künftig ein heller und freundlicher Bürgerservice zu finden sein. Zudem wird das Haus in Sachen Brandschutz ertüchtigt, es gibt einen Fernwärme-Anschluss, zusätzliche Büroräume und frische Farbe. Auf rund zwei Millionen Euro sind die Kosten veranschlagt. Ein kompletter Neubau käme wahrscheinlich in die Größenordnung von vier Millionen Euro. Auch wenn Heuchelheim eine eher wohlhabende Gemeinde ist - das wolle man denn doch nicht ausgeben, versichert Steinz. Dies auch mit Blick auf weitere Aufgaben wie aktuell den Kindergarten-Neubau als Ersatz für die abgebrannte "Rappelkiste" oder demnächst ein neues Feuerwehrhaus. Hochwillkommen sind deshalb die 833 000 Euro Zuschuss vom Land Hessen.

Die grüne Heuchelheimer Landtagsabgeordnete Katrin Schleenbecker begrüßte die nun in den Blick genommene Sanierung des Rathauses ausdrücklich. Dies sei insbesonders unter energetischen Aspekten von Bedeutung.

Denn im Kern ist die Immobilie noch so, wie sie Anfang der 1970er Jahre erbaut und bezogen wurde. Lediglich die Fenster sind vor zehn Jahren einmal ausgetauscht worden. In dem Zug hat auch die Fassade frische Farbe bekommen.

Wenn der Sitzungssaal dann dem neuen Bürgerbüro gewichen ist, dann werden die Gemeindevertreter andernorts tagen müssen: Geplant ist das Nutzen des großen Tagungsraums in dem Alten- und Pflegeheim, das auf dem Festplatz entstehen wird. Dort hat sich die Gemeinde ein Nutzungsrecht einräumen lassen. Alternativ stehen beispielsweise auch die TSF-Turnhalle und Mehrzweckgebäude Kinzenbach zur Verfügung.

Den Bewilligungsbescheid überbrachte am Freitag Kultus-Staatssekretär Dr. Manuel Lösel im Rathaus. Zudem hatte er einen weiteren Scheck dabei: 24 000 Euro für das Sanieren eines kleinen, rund 100 Meter langen Abschnitts der Gießener Straße hinter dem sogenannten "Bieberlies-Park". Dieses Sträßchen ist voller Schlaglöcher. Wann die ebenfalls holprige Gießener Straße in Gänze gemacht wird, das steht noch in den Sternen. Das würde jedenfalls eine Großbaustelle mit mehreren Millionen Euro Baukosten. Dazu ist also noch nichts entschieden.

Weiteres Investitionsprogramm

Für die aktuellen Vorhaben Rathaus und Straßenreparatur profitiert die Gemeinde vom kommunalen Investitionsprogramm KIP I zur Sanierung öffentlicher Gebäude sowie von Mitteln aus der "Hessenkasse" zur Entschuldung von Kommunen.

Lösel sagte bei der Übergabe, man wolle mit den Programmen allen Kommunen helfen - auch denjenigen, denen es gut geht. Das kommunale Investitionsprogramm ermögliche in Hessen Investitionen von insgesamt einer Milliarde Euro.

"Das Investitionsprogramm hat sich bewährt und stößt vor Ort auf große Resonanz", sagte Lösel. "Deshalb war es nur folgerichtig, dass wir seit 2017 mit KIP II auch den baulichen Zustand unserer Schulen in den Blick nehmen und uns im aktuellen Koalitionsvertrag bereits auf ein weiteres Programm unter dem Motto KIP III verständigt haben, das die digitale Ausstattung der Schulen zum Ziel hat."

Die "Hessenkasse" ist ein bundesweit einmaliges Programm, mit dem das Land Kassenkredite der Kommunen in Höhe von insgesamt 4,9 Milliarden Euro übernommen hat.

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