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Bürgermeister Christof Heller (r.), Nico Dietrich (M.) und Rainer Bechthold mit dem neuen Defibrillator. FOTO: PM

Gegen Kammerflimmern in der Sporthalle

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Hüttenberg(pm). Im Falle eines Herzflimmerns ist schnelle Hilfe notwendig, ebenso bei einem Herzstillstand. Das Absetzen eines Notrufs ist der wichtigste erste Schritt, sobald beobachtet wird, dass ein Mensch zusammenbricht. Bei der Ersten Hilfe kann ein Laien-Defibrillator gute Dienste leisten. Die Gemeinde Hüttenberg stellte nun vier dieser Geräte in Betrieb.

Jede Minute, in der nichts geschieht, verringert bei einem Herzstillstand die Überlebenschancen um zehn Prozent. "Um diese Lücke schließen zu können, haben wir das Rathaus und alle drei Sporthallen der Gemeinde Hüttenberg mit Defibrillatoren ausgestattet", sagte Bürgermeister Christof Heller. "Die Geräte funktionieren so, dass jeder sie auch ohne medizinische Grundkenntnis bedienen kann."

Nico Dietrich, Ausbildungsleiter beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), sagte: "Das Gerät spricht mit dem Benutzer und führt ihn durch alle vorzunehmenden Handlungen. Man kann nichts falsch machen." Ein Automatischer externer Defibrillator (AeD) wird eingesetzt, wenn eine Person kollabiert, nicht mehr ansprechbar ist und keine Atmung mehr hat. "Auch wenn man unsicher ist, ob ein Einsatz des Geräts sinnvoll ist, ist das Gerät sinnvoll: Die Elektroden prüfen den Zustand des Betroffenen und weisen alles Weitere an."

Herz entstören

Zum Unterbrechen des Kammerflimmers und anderer lebensgefährlicher Herzrhythmusstörungen eignen sich Elektroschocks. "Der Defibrillator ist ein praktisch ein Entstörer. Er sorgt mit diesen Elektroschocks dafür, dass ein Neustart der Herzfunktion möglich wird", sagte Dietrich. Das Herz muss anschließend durch eine Herzmuskelmassage wieder stimuliert werden, damit sauerstoffreiches Blut in den Kopf gepumpt werden kann. Das Gerät gibt dazu genaue Anweisungen und zählt sogar den richtigen Rhythmus mit. "Bis zum Eintreffen des Notarztes ist damit jeder in der Lage, den Betroffenen am Leben zu erhalten."

Die Gemeinde Hüttenberg hat insgesamt vier Defibrillatoren angeschafft. "Ein Gerät kostet rund 1600 Euro", sagte Heller. "Aber dies ist eine wertvolle Ergänzung und eine sinnvolle Investition in die Notfallausstattung unserer Einrichtungen."

Dietrich wird den Trainern und Übungsleitern der Vereine, die die Sporthallen in den Ortsteilen nutzen, die DRK-Geräte in den kommenden Wochen vorführen.

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