Gefahr für Hüttenberger Sporthalle?

  • Patrick Dehnhardt
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Hüttenberg(pad). Das marode Dach des Hallenbades könnte auch für den Betrieb in der angrenzenden Sporthalle Probleme bedeuten. Die Frage, welche Folgen ein möglicher Dacheinsturz im Schwimmbad auf den Nachbarbau hätte, beschäftigte am Montagabend die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung. Diese terminierten zudem den Bürgerentscheid über einen Hallenbadneubau auf den 1. November.

Während zum Schutz vor Covid-19-Übertragungen mit zwei Metern Sicherheitsabstand zwischen jedem Kommunalpolitiker getagt wurde, gibt es solch einen Abstand zwischen Schwimm- und Sporthalle nicht. In dem 1969 eingeweihten Gebäudekomplex teilen sich beide Hallen eine Wand, auf der zudem die Dachträger des Hallenbades ruhen. Nachdem Sachverständiger Lennert Schultz sowohl den Gemeindevertretern als aus den Zuschauern sein Gutachten zum Zustand des Hallenbades vorgestellt hatte, stellte Dierk Rink (Grüne) die entscheidende Frage: Was würde bei einem plötzlichen Einsturz des Hallenbades mit den angrenzenden Gebäuden geschehen? Drohe dann auch Gefahr für die Nutzer der Sporthalle? In ihr trainieren zahlreiche Vereine, zudem sind bei Heimspielen des Handballzweitligisten TV Hüttenberg bis zu 1450 Zuschauer auf den Rängen.

Schultz antwortete: "Wenn ich mir die Einsturzszenarien überlege, muss ich sagen: Ich weiß es nicht." Fest stehe, dass die im Hallenbad verwendeten Brettschichtholzbinder ohne Vorwarnung von einem auf den anderen Moment brechen könnten. "Da hilft auch eine wöchentliche Kontrolle nichts." Für jegliches Gebäude gelte laut Baurecht die Vorgabe, dass von ihm keine Gefahr ausgehen dürfe. Vom Hallenbad gehe nun Gefahr aus, "da muss zeitnah reagiert werden".

Hans Kleinschmidt (Freie Wähler) fragte, ob die Stahlträger der Seitenwände noch einmal neue Brettschichtholzbinder tragen könnten. Schultz erklärte, dass neue Binder aufgrund der aktuell geltenden gesetzlichen Vorgaben wesentlich breiter wären und somit nicht mehr auf die alten Stützen passen würden. Generell riet der Sachverständige von einer Sanierung ab: "Das gesamte Gebäude ist am Ende seiner technischen Lebensdauer angelangt. Sie sanieren es für eine horrende Summe und haben am Ende doch nichts Gescheites. Ich würde es nicht tun."

Rink bezeichnete die nun notwendig gewordene Schließung des Hallenbades als den "Super-GAU". Er plädierte für einen zeitnahen Abriss, um so die Risiken für die Sporthalle abzuwenden. Gleichzeitig ging er mit der Gemeindevertretung selbst hart ins Gericht: "Uns Politikern ist es in fünf Jahren nicht gelungen, zu einer Lösung zu kommen." Zwar habe man im letzten November mehrheitlich für die Planung eines Hallenbadneubaus gestimmt. Diese Pläne seien jedoch durch das Bürgerbegehren gestoppt worden. Bevor das Ergebnis des Bürgerentscheids vorliege, könnten sie nicht weiter verfolgt werden. Nun verliere man Zeit. "Wir können auch nicht auf den großen Geldsegen aus Berlin warten."

Der Grünen-Politiker sprach sich für einen Runden Tisch zwischen den Initiatoren des Bürgerbegehrens und den Befürwortern des Hallenbades aus. Er rechnete vor, dass man von 7 Millionen Euro Baukosten bereits die Hälfte durch Fördermittel und die vom Trägerverein zugesagten Gelder beisammen habe.

Ein weiteres Thema in der Sitzung war die Aufstellung eines mobilen Funkmastes in Volpertshausen/Weidenhausen nahe des Friedhofs. Vodafone möchte diesen befristet für ein Jahr errichten. Nachdem der Bau eines anderen Funkmastes bei Rechtenbach für Diskussionen in der Bevölkerung gesorgt hatte, kritisierten Volker Breustedt (SPD) und Kleinschmidt (FW), dass in Zeiten von Corona die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung außen vor bleibe.

Martin Breidbach, Ortsvorsteher von Weidenhausen, konnte diese Diskussion nicht nachvollziehen: "Es geht hier um einen Funkturm, der ein Jahr stehen soll. Ich würde mir wünschen, dass die Fraktionen mit dieser Vehemenz auch beim Hallenbad fordern würden, die Bürger zu fragen."

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