Die Rebhuhneimer dienen der Futternothilfe. FOTO: PM
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Die Rebhuhneimer dienen der Futternothilfe. FOTO: PM

Futternothilfe für Rebhühner

  • vonred Redaktion
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Gießen(pm). Sein Ruf ähnelt mehr einer knarzenden Tür als einem Singvogel. Dennoch schreitet die gedrungene Gestalt im braungrauen Federkleid würdevoll am Feldrand entlang. Sobald Gefahr droht, drückt sich das Rebhuhn flach auf den Boden. Und es gibt viele Gefahren für das sogenannte Perdix perdix. Die einst sehr häufige Art in Deutschland steht seit wenigen Jahrzehnten auf der Roten Liste der gefährdeten Vogelarten.

Auch hierzulande sind Rebhühner selten. Deshalb fördert der Landkreis den neu gegründeten Rebhuhnhegering unter anderem mithilfe von sogenannten Rebhuhneimern.

Bereits Anfang des Jahres fand ein Informationsabend zum Rebhuhnhegering statt - ausgerichtet vom Jagdverein "Hubertus" Gießen sowie der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises und unterstützt vom Landesjagdverband Hessen sowie dem Rebhuhnhegering Wetterau. Das Ziel der gemeinsamen Initiative ist die Pflege und der Schutz von Rebhühnern. Der damals ins Leben gerufene Hegering ist die kleinste Organisationseinheit einer Jägerschaft.

Für die Mitgliedsreviere gab es nun eine Grundausstattung: Kartenmaterial zur Rebhuhnkartierung, Rebhuhneimer für die Futternothilfe und einen 50-Kilogramm-Sack mit speziell angemischtem Rebhuhnfutter. "Die Mittel zur Unterstützung des Rebhuhnhegerings im Landkreis Gießen stammen aus den Ausgleichsabgaben, die als Ausgleich für Eingriffe in die Natur im Kreisgebiet bezahlt wurden", erklärt Umweltdezernentin Dr. Christiane Schmahl.

Finanzielle und fachliche Förderung

"Durch solch ein kommunenübergreifendes Projekt können wir in der Natur wieder etwas gutmachen", so Schmahl. Im Übrigen steht der Rebhuhnhegering im Einklang mit dem Feldflurprojekt "Gießen Süd" des Landes Hessen. Dieses Projekt unterstütze neben Feldhamster, Grauammer und Feldlerche eben auch das Rebhuhn.

Die vom Kreis finanzierten Rebhuhneimer sind besonders leicht und flexibel aufstellbar, damit sie direkt in die Territorien der Rebhühner gebracht werden können. "Das erfordert eine gute Kenntnis der Umgebung", sagt Stephan Stein, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde. "Deshalb fördert der Landkreis Gießen den Rebhuhnhegering nicht nur finanziell, sondern auch fachlich." Neben den Futtereimern werde beispielsweise auf Karten und Wärmebildkameras, Broschüren und Info-Veranstaltungen sowie Fortbildungen gesetzt.

Wichtig für die Hege der Rebhühner sind die Lebensraumverbesserung, die Bejagung von Fressfeinden wie dem Waschbär und die Futternothilfe. Letztere ist notwendig, da mit dem Insektensterben auch eine Futterquelle der Rebhühner versiegt.

Zur pflanzlichen Nahrung gehören grüne Pflanzenteile, Getreidekörner und die Samen von Wildkräutern. Eine vegetarische Spezialmischung landet im Futtereimer. Von dort verläuft eine Spirale bis circa 20 Zentimeter über dem Boden. So kann das Rebhuhn gegen die Spirale picken und die herausfallenden Körner aufsammeln.

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