Mit Futter Vögel in den Garten locken

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Gießen(pm). Spätestens, wenn es draußen ungemütlich wird und die Nachttemperaturen in die Minusgrade absinken, beginnen viele Menschen damit, die Vögel in ihren Gärten zu füttern. Der Naturschutzbund (NABU) rät, den gefiederten Freunden zusätzliche Nahrung anzubieten, wenn der Boden gefroren ist oder eine geschlossene Schneedecke liegt. Bei Frost und Schnee sei es für Vögel schwierig, ausreichend Nahrung zu finden.

"Mit attraktivem, gesundem Futter und mehreren, sauberen Futterplätzen locken wir eine Vielzahl an heimischen Vögeln in den Garten. Damit schaffen wir ein spannendes Naturerlebnis für Groß und Klein direkt vor unserer Haustür", erklärt Gerhard Eppler vom NABU. Vögel beobachten ist wie ein kleiner Rätselkrimi: Wer lässt sich heute blicken? Ist ein neuer Besucher dabei?

Angesichts des zunehmenden Vogelschwunds möchten viele Menschen Vögeln bei der Futtersuche helfen, damit sie gut durch den Winter kommen. Allerdings erreicht die Fütterung am Vogelhaus weniger als zehn Prozent der heimischen Brutvogelarten. Vor allem Körnerfresser nutzen das Angebot. Optimal wäre es daher, für alle Vögel Natur- und Kulturräume zu schaffen und zu erhalten, in denen sie das ganze Jahr über satt werden. Einen solchen Beitrag liefern etwa Stoppeläcker, auf denen Restkörner liegen bleiben, oder Altgrasbestände und Wegränder, die nicht abgemäht wurden, sowie naturnahe Gärten.

In vielfältigen Gärten finden Vögel schmackhafte Sämereien und Beeren. Zu den vogelfreundlichen Sträuchern gehören Haselnuss, Holunder, Liguster, Schneeball oder Weißdorn. Die Früchte des heimischen Weißdorns schmecken 32 Vogelarten, die des Schwarzen Holunder fressen sogar über 60 Vogelarten.

Einige Gräser, Blumen und Getreidesorten wie Distel, Vogelmiere und Mohn bieten kleine Samen- und Fruchtstände, die manchem Vogel schmecken. Wer Sonnenblumen nach dem Blühen stehen lässt, lockt Körnerfresser wie Buch- und Grünfink an.

Mit Körnerfutter lassen sich gezielt Buchfink, Dompfaff und Spatz an das Futtersilo anlocken. Weichfutterfressern wie Amsel, Rotkehlchen oder Heckenbraunelle kann man mit Haferflocken, Obststücken, Rosinen oder getrockneten Wildbeeren die harte Zeit erleichtern. In kleinen Holzgestellen lassen sich zum Beispiel Äpfel feststecken. Für Allesfresser wie Meisen sind die bekannten Meisenknödel oder -ringe sowie Drahtbehälter mit Erdnüssen das richtige Angebot. "Besonderes Augenmerk sollte auf die Herkunft der Sämereien gelegt werden", betont Eppler. "Billige Futtermischungen sind oft mit Samen der Allergie auslösenden Ambrosie oder anderen nicht erwünschten Pflanzen verunreinigt." Der NABU appelliert an Vogelfreunde, keine Speisereste zu verfüttern, da sie für Vögel in der Regel nicht bekömmlich sind. Besonders problematisch seien gesalzene Speisen.

Für die Fütterung ist ein sogenanntes Futtersilo am sinnvollsten, weil darin das Futter vor Nässe und Witterungseinflüssen geschützt ist. Außerdem schützt ein Silo das Futter auch besser vor Verunreinigung durch Vogelkot als offene Futterhäuser. Durch den Kot können leicht Vogelkrankheiten von einem zum anderen Tier übertragen werden. Daher ist Sauberkeit sehr wichtig: Alle Futtergeräte sollten regelmäßig gereinigt und das Futter auf Schimmel überprüft werden. "Eine Großkantine für Vögel birgt stets das Risiko, dass sich Krankheitskeime ausbreiten können", sagt Eppler.

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