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Beim Großbrand des Kindergartens »Rappelkiste« 2019 war die Heuchelheimer Feuerwehr voll gefordert. Auch im vergangenen Jahr mussten die Einsatzkräfte fast 100-mal ausrücken. ARCHIVFOTO: SE

Für mehr Anerkennung

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Der Heuchelheimer Etat 2021 soll am Donnerstag der kommenden Woche beschlossen werden. Da wird auch eine Anerkennungsprämie für aktive Feuerwehrleute auf den Weg gebracht.

Beim Geld sind sich die Heuchelheimer einig. Das jedenfalls ist das Signal aus dem Finanzausschuss der Gemeindevertretung, der am Dienstag unter Vorsitz von Klaus Steinmüller den Haushaltplan 2021 beraten hat. Zu kritisieren gibt es augenscheinlich nichts an dem Entwurf. In Summe sollen rund 22 Millionen Euro bewegt werden; der Ergebnishaushalt schließt sogar mit einem Überschuss von 400 000 Euro ab. Freilich geht das alles nur in Ordnung, weil von den Rücklagen gezehrt wird und das Land Corona-Hilfen gewährt.

Aber es gibt Wünsche: So hat die Koalition von CDU, Freien Wählern und FDP beantragt, das Ehrenamt zu stärken: Konkret: Feuerwehrleute sollen eine finanzielle Würdigung ihres ansonsten unentgeltlichen Engagements erfahren. Die Feuerwehr hatte im vergangenen Jahr 98 Einsätze. Es gab auch schon Jahre, da waren es über 100. Gedacht ist daran, jedem Aktiven, der an 40 oder mehr Übungsstunden im Jahr teilnimmt, eine 150-Euro-Prämie zukommen zu lassen. Je Einsatz erhält jede Einsatzkraft zudem sieben Euro.

»Der Beitrag wiegt nicht das auf, was die Feuerwehrleute leisten. Aber es ist eine Anerkennung«, warb CDU-Fraktionschef Mirko Nowotny,

Das findet auch die Anerkennung aller anderen Fraktionen. Die Grünen wollen da sogar noch was drauflegen: Katrin Schleenbecker plädierte im Ausschuss dafür, auch Aktive des Technischen Hilfswerks sowie die Rettungstaucher der DLRG Heuchelheim mit entsprechender Prämie zu bedenken. Dies im Sinne der Gleichbehandlung aller Menschen, die sich in wichtigen Hilfs- und Rettungsorganisationen engagieren.

Damit jedoch möchten sich die anderen Fraktionen nicht anfreunden. Rein formal, so die Argumentation, müsse das bei DLRG und anderen über die Vereinsförderung laufen, während man für die Feuerwehr die Entschädigungssatzung der Gemeinde ändere. Schließlich ist Feuerwehrwesen eine kommunale Aufgabe.

In der Sache gibt es zudem Unklarheiten. »Wo will man anfangen, wo aufhören?« fragt Nowotny (CDU). Und sieht es kritisch, die Regelung aufzuweiten. Die Feuerwehr rage in ihrer Funktion schließlich über alles andere hinaus.

Auch mit der Idee, 80 000 Euro aus der Gemeindekasse als Corona-Hilfe bereitzustellen, haben die Grünen wenig Chancen auf Erfolg. Das wird von allen anderen Fraktionen verworfen. Der Ansatz der Grünen: Man wolle der lokalen Wirtschaft in Zeiten des Lockdown Unterstützung angedeihen lassen und ein entsprechendes Signal bei der Wirtschaftsförderung setzen. Eine Möglichkeit wären Einkaufsgutscheine für die Bürger, die sie in Heuchelheimer Geschäften und Unternehmen einlösen könnten. Alternativ denken die Grünen an einen Hilfsfond für Bürger, die wirtschaftlich unter der Pandemie leiden.

Das halten die anderen Fraktionen noch für zu wenig durchdacht und mit zu vielen offenen Fragen behaftet: Wer bearbeitet die Anträge? Wer entscheidet über die Vergabe? Was ist mit Unternehmen, die nicht im Gewerbeverein sind, wenn die Gutscheine gleichwohl über den Gewerbeverein verteilt werden? Und was ist mit Unternehmen, die im Gewerbeverein sind, ausweislich aber nicht unter Corona leiden? Befürchtet werden ein hoher Verwaltungsaufwand und am Ende doch Unzufriedenheit, so das Signal von SPD und CDU. »Wirtschaftspolitisch ist in den letzten Monaten so viel Unsinn gemacht worden«, sagt Frank Pauly (SPD): »Da müssen wir nicht noch einen draufsetzen!«

Am kommenden Donnerstag entscheidet die Gemeindevertretung abschließend.

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