Für gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land

  • Rüdiger Soßdorf
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Gießen (so). »Wir wollen, dass unser Landkreis Gießen endlich sein volles Potenzial nutzt«. Das ist die zentrale Botschaft der Christdemokraten an die Parteimitglieder und in den kommenden 30 Tagen bis zum Wahltermin an die Bürger: Christopher Lipp, der 30-jährige Spitzenkandidat aus Langgöns, wiederholte dies beim Programmparteitag am Freitag mehrfach in den Videobeiträgen zu den Schwerpunktthemen, die er den Mitgliedern vorstellte.

Gut eine Stunde hat der erster digitale Parteitag der Kreis-CDU gedauert. Dann war das Wahlprogramm unter dem Motto »Gemeinsam. Für unseren Landkreis von morgen« für die kommenden fünf Jahre verabschiedet, mit dem sich die CDU am 14. März bei der Kommunalwahl um die Gunst der Wähler bewirbt.

Schwerpunkte setzen die Christdemokraten unter anderem bei der Modernisierung der Schulen und dem Ausbau digitaler Lernstrukturen, bei Umwelt-, Klima und Artenschutz, Mobilität, Digitalisierung der Kreisverwaltung und gleichwertigen Lebensverhältnissen in Stadt und Land.

»Wir sehen die Digitalisierung als Chance, den Bürgerservice zu verbessern, so dass sich »Behördengänge« von Zuhause aus erledigen lassen«, sagte Lipp. Er fordert dafür eine Digitalstrategie für den Landkreis einschließlich eines Konzepts für den Glasfaserausbau. Da müsse vor allem bei den Schulen angesetzt werden, beklagt er dort fehlende Glasfaseranbindung, fehlende digitale Endgeräte sowie zudem marode Gebäude: Der Landkreis Gießen habe die Entwicklung bei der Digitalisierung der Schulen »verschlafen«, sagte er.

Der CDU-Kreisvorsitzende Helge Braun hatte eingangs einen kurzen Überblick zur Corona-Lage gegeben und appelliert, noch ein paar Wochen im Lockdown durchzuhalten, damit die Infektionszahlen weiter sinken können und die Impfkampagne Zeit habe, in Schwung zu kommen.

War die Kandidatenliste zur Kreistagswahl Anfang Dezember noch in Präsenz beschlossen worden, so wurde der Programmparteitag digital ausgerichtet. Neuland für die 66 teilnehmenden CDU-Mitglieder ebenso wie für den Vorstand um Braun und die Geschäftsstelle, die die Veranstaltung unter Federführung von Markus Schmidt organisierte.

Das Online--Format war nahezu vollumfänglich auf den Spitzenkandidaten Lipp zugeschnitten. Fast 45 Minuten lang stellte er die Ideen, Vorstellungen und Ziele der Christdemokraten vor. Dazu wurden stets Videobotschaften von Fachleuten eingespielt, etwa vom Gießener Bürgermeister Peter Neidel, dem Langgönser Bürgermeister Marius Reusch oder dem Landrat des Kreises Bergstraße, Christian Engelhardt.

Die vom CDU-Kreisvorsitzenden Helge Braun moderierte Aussprache fiel überaus schlank aus: Einzig der ehemalige Grünberger Bürgermeister Siegbert Damaschke meldete sich zu Wort und regte an, die Mittelzentren wie etwa Grünberg, Lich Hungen oder Laubach stärker zu berücksichtigen, wenn man die Lebensverhältnissse auf dem Land bedenke. Auch dorthin orientierten sich die Menschen aus den Dörfern, sagte Damaschke, nicht nur nach Gießen.

Bei der folgenden Abstimmung erfuhr das Kreis-Wahlprogramm 98 Prozent Zustimmung.

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