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"Für eine Vermarktung zwingend"

  • Thomas Brückner
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Laubach(tb). Das Gewerbegebiet "Geisenwiese" am Rande von Laubach soll wachsen, sind doch fast alle Flächen verkauft. Da die Eignerin der Flurstücke Richtung Wetterfeld nicht verkaufen will, eine Gasleitung für weitere Einschränkungen sorgt, wurde der Hang unterhalb der Philipp-Reis-Straße ausgeguckt. Bereits im Juni 2019 beantragte der Magistrat beim Kreis die Genehmigung für ein Auffüllen der Fläche. Ohne dies, so Bürgermeister Peter Klug, bräuchte man erst gar nicht mit Kaufinteressenten sprechen, viel zu teuer käme es, die Abwässer nach oben zu pumpen.

Vor sechs Wochen ist die Baugenehmigung eingetroffen. Jedoch wird jetzt erst einmal geprüft: Was das Auffüllen kosten würde, bei komplettem Niveauausgleich und bei einer Terrassierung. Und auf BfL-Antrag, auf was das Verlegen eines Abwasserkanals im Tal kommen würde. So beschloss es der Fachausschuss,

Zuvor hatte Heiko Riehm, Mitarbeiter der mit der Entwicklung der "Geisenwiese" beauftragten Hessischen Landgesellschaft, wie zuvor Klug auf viele Anfragen von Firmen verwiesen. Doch alle hätten abgewunken. Fazit: "Ohne Modellierung keine vermarktungsfähige Fläche." Leicht gesagt, doch nicht so leicht zu machen. Riehm zufolge müssten, um den Höhenunterschied von bis zu zehn Metern auszugleichen, 132 000 Kubikmeter an Material angefahren und verdichtet werden. "Technisch machbar." Dass dabei nur begutachtete, natürliche Böden auf der 2,8 Hektar großen, angeböschten Fläche aufgebracht würden, unterstrich der Projektleiter. Ihm zufolge sind für Probebohrungen, Planung und Bauantrag bisher 39 000 Euro angefallen.

Grüne: Erde soll zur Scheibe werden

Aus Einnahmen aus der Annahme von Erdhaushub, hofft Klug, könnte es am Ende aber sogar ein "Nullsummenspiel" werden. Und wenn nicht, so müsse man doch den Bedarf auch heimischer Betriebe an Gewerbeflächen erfüllen. Dafür aber nicht auffüllen, wie Grünen-Sprecher Michael Köhler meint. Angesichts der Massen an Aushub hatte er im Vorfeld bereits geätzt: "Hier soll aus der Erde eine Scheibe gemacht werden." Dass damit ein immenser Lkw-Verkehr und ein zu kontrollierender Deponiebetrieb einhergehe, fügte er an. Besser als dieser "Irrsinn" wäre es, die Flächen so zu belassen und billiger anzubieten. Die Hoffnung auf ein "Nullsummenspiel" erachtete er als allzu trügerisch. Schließlich wiederholte Köhler seine Kritik an der im Frühjahr von Klug erlaubten "illegalen" Zwischenlagerung von Erdaushub.

Dass er dafür erforderliche Anzeige versäumt habe, gestand Klug ein. Um nun ebenso wie Köhler die bekanntem Erklärungen zu wiederholen, es sei ihm um unbürokratische Hilfe gegangen, er habe den beiden Firmen auf der andren Straßenseite in CoronaZeiten den kilometerweiten Transport zur nächsten Erddeponie ersparen wollen. Dass der unbelastete Aushub - anders als es bei der Gerätehaus-Baustelle gewesen wäre - hier nur gut 50 Meter transportiert werden musste, auch das möge der Kritiker bedenken.

"Das ist doch alles Schnee von gestern, wir sollten nach vorn schauen", mahnte da Dr. Wolf-Dieter Schulz (FW). Und bald darauf stand die Einigung auf erwähnte Prüfaufträge.

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