»Fromme Worte«

  • Rüdiger Soßdorf
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Gießen (so). Die Zahl der Frauenhausplätze im Landkreis entspricht nicht der »Istanbul-Konvention«. Diese empfiehlt, dass pro 7500 Einwohner ein Frauenhausplatz vorzuhalten ist. Im Gießener Land mit zwei Frauenhäusern, die zusammen 24 Plätze anbieten, fehlen demnach zwölf Plätze. Eine Aufstockung der Plätze und des benötigten Personals sei jedoch nur mit größerer finanzieller Unterstützung vom Land möglich, heißt es von den Trägern der Frauenhäuser.

Die SPD will daher das Land Hessen aufgefordert sehen, die Finanzierung der Frauenhäuser zu verbessern. Zudem setzt sich die SPD im Kreis für eine Koordinationsstelle ein, die mit den Verbänden und Einrichtungen, die die Frauenhäuser tragen, eng zusammenarbeitet. Dafür fand sich jüngst im Kreistag jedoch keine Mehrheit: Eine weitere Stelle sei nicht nötig, aber man wolle mehr Mittel für die direkte Unterstützung von Frauen, sagte Katrin Schleenbecker (Grüne).

Stattdessen wurde ein Initiativantrag der CDU-geführten Koalition beschlossen, der die Absicht der Landesregierung begrüßt, die Investitionsmittel des Bundes aus dem Programm »Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen« aufzustocken. Damit sollen Ausbau und Sanierung von Frauenhäusern unterstützt werden. Für SPD-Fraktionschefin Sabine Scheele-Brenne ist das viel zu vage: »Fromme Worte, aber sie lassen die Konsequenz fehlen.«

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