Bürgermeister Bernd Wieczorek stellt Dorina Ludwig als Klimaschutzmanagerin vor. FOTO: LKL
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Bürgermeister Bernd Wieczorek stellt Dorina Ludwig als Klimaschutzmanagerin vor. FOTO: LKL

Frischer Wind im Lollarer Rathaus

  • vonLena Karber
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Seit dem 1. August hat auch Lollar eine Klimaschutzmanagerin. Die Stelle ist zwar zunächst auf drei Jahre befristet, Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek sieht jedoch langfristigen Bedarf.

Für frischen Wind im Lollarer Rathaus soll ab sofort Dorina Ludwig sorgen: Die 25-Jährige aus Buseck wurde gestern von Bürgermeister Bernd Wieczorek als Klimaschutzmanagerin vorgestellt. Die neu geschaffene Stelle der Klimaschutzmanagerin wird über den "Masterplan 100% Klimaschutz" des Landkreises durch den Bund gefördert.

"Das ist in der Vergangenheit ehrlich gesagt eine verwaiste Stelle gewesen", räumte Wieczorek im Rahmen der Vorstellung ein. In der Verwaltung sei das Thema Umweltschutz so nebenbei gelaufen, ohne dass jemand richtig zuständig gewesen sei. Daher sei er froh, dass es nun eine konkrete Ansprechpartnerin für das Thema gebe, an die sich auch die Bürger bei Bedarf wenden können. Und auch wenn Ludwig noch sehr jung sei, habe man mit ihr die Favoritin einstellen können, sagte der Rathauschef. "Sie hat sich deutlich abgehoben."

Ludwig ist 25 Jahre alt und kommt frisch von der Universität. Sie hat in Gießen ein Bachelorstudium im Bereich Umweltmanagement und ein Masterstudium der Umweltwissenschaften absolviert. Noch während der Arbeit an ihrer Abschlussarbeit zum Thema Abfallwirtschaft war sie im Busecker Mitteilungsblatt auf die Stellenausschreibung gestoßen. "Ich habe mich schon immer für Öffentlichkeitsarbeit interessiert", erzählt sie. Da die Stelle Umweltschutz und Öffentlichkeitsarbeit verbindet, habe sie sich beworben. Ihr Ziel: Die Bürger erreichen und sie für das Thema Umweltschutz sensibilisieren.

Eingearbeitet hat Ludwig sich bereits. In der Verwaltung hat sie schon eine Umfrage zum Thema Dienstfahrräder gestartet. In Kürze will sie damit beginnen, ein energiepolitisches Leitbild für die Stadt Lollar zu verfassen.

Ludwigs Aufgaben werden im Wesentlichen durch den Maßnahmenkatalog definiert, den der Klima- und Energiebeirat aufgesetzt hat. Der Katalog war Voraussetzung dafür, dass die neue Stelle zu 60 Prozent gefördert wird.

Die "frischgebackene" Klimamanagerin gab indes bereits einen Einblick in die Themen, derer sie sich annehmen will. Dazu gehört die Stärkung der öffentlichen Verkehrsmittel und der E-Mobilität sowie eine energetische Bestandsaufnahme der kommunalen und städtischen Gebäude. Dabei sollen Schwachstellen ermittelt und behoben werden, um Energie einzusparen. Zudem will sie die Digitalisierung der Verwaltung vorantreiben, um ein ressourcenschonenderes Büromanagement zu erreichen und eng mit Landwirten und Hofläden zusammenarbeiten, um regionale Lebensmittel zu fördern. "Wir haben hier ja einige Läden, etwa das Hofgut Friedelhausen, das sehr aktiv ist", betonte Ludwig.

Wichtig ist für die 25-Jährige auch die Zusammenarbeit mit den Klimaschutzmanagern der anderen Kommunen. Mit Masterplan-Manager Björn Kühnl hat sie schon mehrere Gespräche geführt, und auch nach Buseck und Staufenberg gab es bereits Kontakte. Thema war dabei unter anderem das Stadtradeln, das Ludwig im kommenden Jahr auch in Lollar einführen will.

Doch wäre nicht vieles vergeblich, wenn der Vertrag nach drei Jahren ausläuft? Wieczorek sieht die Förderphase als "Anschubfinanzierung". Er glaubt, dass die Stadt an der Stelle festhalten wird und hofft auf eine Förderung durch das Land. "Die Aufgaben werden ja immer mehr, daher sehe ich nicht die Gefahr, dass das nach drei Jahren ausläuft", sagte Wieczorek.

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