pax_1341discgolf_230921_4c_1
+
Timo Serafin bei der Deutschen Meisterschaft.

Frisbee trifft Golfspiel

  • VonJohannes Weil
    schließen

Hüttenberg (jow). Discgolf? Unter dieser Sportart kann sich bislang noch nicht jeder etwas vorstellen. Und es hat auch nichts mit ausgedienten CDs zu tun, sondern mit Frisbees.

Timo Serafin hat die Sportart 2017 bei einem Besuch in den USA kennengelernt. Am vergangenen Wochenende ist er mit einem zwölften Platz von den Deutschen Meisterschaften nach Mittelhessen zurückgekehrt.

»Die Sportart war cool und hat mir Spaß gemacht. Aber ich hatte jetzt keine größeren Ambitionen«, erinnert sich Serafin an die Anfänge. Zunächst spielt er mit Ultimate Frisbee-Scheiben, dann besorgte seine damalige Gastmutter »richtige« Discgolf-Scheiben.

»Frisbee spielen hat mir schon immer Spaß gemacht. Discgolf kann man auch super alleine spielen«, sagt der 20-Jährige. Bei Turnieren ist man in Vierergruppen unterwegs.

Parcours mit Bahnen

Ähnlich wie Golfer absolvieren die Discgolfer einen Parcours. Sie versuchen, mit möglichst wenig Versuchen die Fangkörbe am Ende der Bahnen zu erreichen. Dafür haben sie verschiedene Scheiben mit unterschiedlichen Flugeigenschaften. »Das macht jeden Durchgang so individuell. Es gibt immer mehrere Lösungen, um zum Korb zu kommen.«

Die Wurfvarianten sind vielfältig: Ob mit der Vorhand, Rückhand, über Kopf oder mit links entwickeln die Scheiben ihre eigenen Flugeigenschaften. Häufig trifft man Discgolf-Spieler in öffentlichen Parks.

Zwei- bis dreimal pro Woche trainiert er den finalen Wurf in den Fangkorb. Das Übungsziel steht im eigenen Garten. Mindestens einmal die Woche geht er auf den Sportplatz, um die weiten Würfe auszuprobieren und die Flugeigenschaften besser kennenzulernen.

Nach der Rückkehr aus Amerika startete er bald bei Turnieren, wurde dabei immer besser. Für jede Runde, die er spielt, bekommt er wieder ein bestimmtes Rating beim deutschen Frisbee-Sportverband. Das steigert die Chancen, sich für weitere Wettbewerbe zu qualifizieren. Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 750 Spieler.

In seiner Altersklasse gab es bei der deutschen Meisterschaft 58 Startplätze: »Es war ein richtig cooler Parcours«, schildert Serafin seine Eindrücke von den Meisterschaften in Freiburg. »Die Meisterschaft wurde in einem riesigen Park ausgetragen, der extra dafür auf 21 Bahnen erweitert wurde. Die längste Bahn war 330 Meter lang. Zudem ging es durch Waldschneisen und am Wasser entlang. »Es war wirklich für jeden Geschmack etwas dabei.«

»Mit meinem Abschneiden bin ich sehr zufrieden. Ich hatte gehofft, dass ich mich für das Feld der besten 28 in meiner Division qualifiziere. Und das große Ziel waren dann die Top Ten.« Dass er diese mit einem Wurf Rückstand verpasste, war am Ende eines gelungenen Wettkampfs Nebensache. Zudem war er froh, Sportskollegen nach der langen Pandemiepause wiederzusehen.

Demnächst startet er unter anderem bei den offenen Hessenmeisterschaften in Rüsselsheim. Zuletzt war er dort Vierter. Serafin tritt für die »Scheibensucher« in Rüsselsheim an, weil »es in unserer Nähe leider noch keine Vereine gibt«. Er hofft, dass sich dies vielleicht ändert - und vielleicht auch ein Parcours im Landkreis Gießen entsteht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare