Freie Wähler wollen Weichen für inklusiven Landkreis stellen

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Gießen(pm). Mit dem Bundesteilhabegesetz kommen seit dem 1. Januar immense Veränderungen und Herausforderungen auf den Landkreis Gießen zu. Die neuen Regelungen und Zuständigkeiten beinhalten zum einen neue Aufgaben wie beispielsweise die gesamte Eingliederungshilfe für Kinder bis zum Ende der Schulzeit. Zum anderen impliziert es auch eine Reihe von Steuerungspotenzialen für Politik und Verwaltung.

Aus diesem Grund fordert die Koalition aus Freien Wählern, SPD und Grünen eine frühzeitige Weichenstellung: Gedacht wird an eine extern moderierte Sozialraumplanung für einen inklusiven Landkreis Gießen.

Sozialraumplanung im Fokus

"Sozialraumplanung zielt darauf, alle Lebensbereiche wie Teilhabe, Wohnen, Bildung, Gesundheit, Mobilität usw. planerisch zu berücksichtigen. Ziel von Sozialraumplanung ist es, alle relevanten Akteure und Institutionen im Planungsprozess zu vernetzen", erläutert Claudia Zecher, Vorsitzende des Sozialausschusses des Landkreises Gießen und sozialpolitische Sprecherin der FW-Fraktion.

Die Gestaltung eines inklusiven Landkreises mit Hilfe der Sozialraumplanung stellt alle Akteure vor eine große Aufgabe, bei der viele Aspekte bedacht werden müssen. "Ziel ist es, dass Menschen mit und ohne Behinderung gleichberechtigt nebeneinander in unserem Landkreis leben können", erklärt der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Günther Semmler.

Schon im Jahr 2018 hat der Beirat für die Belange von Menschen mit Behinderungen beschlossen, einen Bericht zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen im Landkreis Gießen aufzustellen. Eine Lenkungsgruppe wurde eingesetzt und soll demnächst ihre Arbeit fortsetzen.

Aufbauend auf dieser Beschlusslage soll die Sozialraumplanung unter Einbeziehung der bisherigen Lenkungsgruppe und des neuen Behindertenbeauftragten erfolgen.

"Wir wollen dabei keine Doppelstrukturen schaffen, sondern die schon vorhandenen vielfältigen Vernetzungsstrukturen in Kreis und Stadt zusammenführen und ausbauen", erklärt die ehrenamtliche Kreisbeigeordnete der Grünen, Hiltrud Hofmann. In diesem Zusammenhang ist geplant, auch den Landeswohlfahrtsverband als weiteren Träger der Eingliederungshilfe einzubeziehen.

Beim Erstellen des Jugendhilfeplans wurden gute Erfahrungen mit einer externen Begleitung gemacht. Aus diesem Grund soll das Ziel des inklusiven Landkreises ebenfalls mit externer Unterstützung vorangebracht werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 10 000 Euro.

"Die Inanspruchnahme externer Beratung in diesem Zusammenhang sehen wir als Investition in die Zukunft des Landkreises",so Kurt Hillgärtner, für die FW im Haupt- und Finanzausschuss.

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