Willy-Brandt-Schule

Der Weg ist frei für die Sanierung

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Ende dieses Jahres sollen die Sanierungsarbeiten an der Kreisberufsschule weitergehen. Ohne Wenn und Aber. Für mehr als 17 Millionen Euro. Der Weg dafür ist frei.

Gießen (so). Redner fast aller Fraktionen beschworen den Blick nach vorn - um den jungen Menschen und ihren Lehrern an der Willy-Brandt-Schule endlich eine gute schulische Zukunft zu ermöglichen. Und doch konnte es sich kaum einer verkneifen, auf die seit mehr als sechs Jahren währende Vorgeschichte der geplanten Sanierung der Kreisberufsschule zurückzublicken: Umzug, Neubau, Totalsanierung, Minimalsanierung - alles irgendwie dagewesen.

Im Gießener Kreistag am Montagabend in Buseck wurde reichlich und teils mit politischem Getöse Vergangenheitsbewältigung betrieben. Dabei war in der Sache in den Fachausschüssen in der vergangenen Woche Einigung erzielt worden.

17,6 Millionen Euro

So soll von 2020 an die Sanierung der Willy-Brandt-Schule erfolgen - und zwar ohne Wenn und Aber: Neben den neuen Lehrküchen und den Fachräumen für Maler und Lackierer gibt es neue Haustechnik, eine neue Heizung und Lüftung, neue Fenster und Türen, neue Böden, kommt ein neues Dach auf die Obergeschosse. Ein Finanzierungs-Vorbehalt, den die Koalition für Fenster und Dächer ursprünglich angemerkt hatte, war auf Anraten der CDU in den vergangenen Tagen gestrichen worden.

Arbeiten bis Ende 2023

Die Bauzeit: von Ende 2019 bis Ende 2023. In der Zwischenzeit sollen Teile der Schule in Biebertal ein Zuhause finden. Dort war nach Schließung der Gesamtschule zuletzt die Georg-Kerschensteiner-Schule beheimatet. Doch es gibt dort reichlich freien Raum, der reaktiviert werden kann. Die Umzugskosten und das Herrichten der Räume samt IT dort beziffert Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl auf weniger als 400 000 Euro.

Opposition übt harsche Kritik

Die aktuell ermittelten Gesamtkosten liegen bei etwa mehr als 17,6 Millionen Euro. Just diese Kosten waren es, die in den zurückliegenden Wochen bei der Opposition die Alarmglocken schrillen ließen: Ende 2016 waren nämlich für die Schulsanierung am Standort 8,4 Millionen bereitgestellt worden - und nun binnen zwei Jahren eine Verdoppelung des Betrags.

Das sorgte für reichlich Kritik an der SPD-geführten Koalition, namentlich an Schuldezernentin Schmahl (Grüne). "Komplettversagen", "dilettantische Planung" und "Trauerspiel" waren die Kraftausdrücke des CDU-Fraktionsvorsitzenden Claus Spandau. Der zugleich versprach, die Union werde einen Beschluss mittragen, der der Schule hilft. Denn das sieht er ähnlich wie der Freie Wähler Günter Semmler: "Der Blick zurück nutzt der Schule nichts und der Politik heute auch nichts mehr". Spandaus Fraktionskollege Martin Hanika mahnte an, künftig bei Planungen den engeren Dialog mit den Schulen zu suchen, um eine solche Entwicklung wie bei der Berufsschule zu vermeiden.

Dazu konnte sich die FDP im Kreistag nicht durchringen. Wolfgang Greilich sprach angesichts der Kosten-Verdoppelung von einem " Skandal", für den Schmahl mit der Koalition die politische Verantwortung" trage. Und die wollten die Liberalen nicht mit schultern, enthielten sich ergo der Stimme.

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