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Der neue SPD-Unterbezirksvorsitzende Frank-Tilo Becher (r.) verabschiedet seinen Vorgänger Matthias Körner. Foto: so

SPD-Unterbezirk Gießen

Frank-Tilo Becher neuer SPD-Vorsitzender

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Der Landtagsabgeordnete Frank-Tilo Becher ist zum neuen Vorsitzenden der SPD in Landkreis und Stadt Gießen gewählt worden. Er erhielt 99 Prozent Zustimmung.

Gießen(so). Frank-Tilo Becher ist neuer Vorsitzender der SPD in Landkreis und Stadt Gießen. Der Landtagsabgeordnete und frühere Gießener Dekan wurde am Samstag von den Delegierten des Unterbezirksparteitages in Rödgen mit einem Traumergebnis zum Nachfolger von Matthias Körner gewählt: 146 von 147 Delegiertenstimmen.

Becher kündigt an, bei allem Respekt vor dem Amt überwiege die Lust, sich mit seiner Partei "in die Arbeit hineinzustürzen". "Wir wollen Wahlen gewinnen und Politik in diesem Land gestalten, von den Kommunen bis nach Berlin!" rief er den Genossen zu. "Wir sind die Kümmerer vor Ort und wollen mit markanten Inhalten Leben und Entwicklung in Stadt und Landkreis gestalten", gab Becher als Losung für die Wahlen in 2021 aus. Seine Rede wurde mehrfach von Beifall unterbrochen.

Knapp 3000 Mitglieder

Matthias Körner hatte vor acht Jahren den Vorsitz im SPD-Unterbezirk von Thorsten Schäfer-Gümbel übernommen, hat die Partei mit knapp 3000 Mitgliedern in mehr als 27 Ortsvereinen seit 2012 im Ehrenamt geführt. Der 50-jährige Körner hat bereits im frühen Winter vor Parteifreunden dargelegt, dass er nicht länger für den UB-Vorsitz zur Verfügung steht. Es sind gesundheitliche Gründe und familiäre Verpflichtungen sowie das starke berufliche Engagement in der Führung des DGB Mittelhessen.

Gewichtigere Rolle angestrebt

Mit der Wahl von Becher stärkt dieser seine Position in die Partei. Der 56-jährige Seelsorger war wenige Monate vor der Landtagswahl überraschende Quereinsteiger in die Politik, wurde seinerzeit von dem einen oder anderen Genossen kritisch beäugt. Zumal es in der SPD bereits einige anderer Interessenten mit "älteren Anwartschaften" auf die Landtagskandidatur gegeben hatte. Er gewann das Direktmandat bei der Wahl in 2018 deutlich. Mit dem Unterbezirkvorsitz dokumentiert Becher seinen Anspruch, in der Politik in der Region eine gewichtigere Rolle zu spielen und nicht nur "der Gießener Vertreter in Wiesbaden" zu sein. Just dies hatte er schon bei seiner Kandidatur angekündigt: Er wolle in Gießen kein Mandat holen, um nach Wiesbaden zu verschwinden, sondern sehe sich zugleich in Verantwortung für die Arbeit vor Ort.

Willy-Brandt-Medaille für Rüdiger Veit

Der Vor-Vorgänger von Becher in Unterbezirksvorsitz, Rüdiger Veit, der frühere Gießern Landrat ( 1986- 1998) und Bundestagsabgeordnete (1998-2017) wurde für 50 Jahre Mitgliedschaft in der SPD ausgezeichnet. Veit, der den Unterbezirk von 1988 bis 2004 leitete, war 1969 in die SPD eingetreten - wegen Willy Brandt. Veit erhielt in Anerkennung seiner Verdienste die höchste Auszeichnung, die die SPD zu vergeben hat: Die Willy-Brandt-Medaille. Kaweh Mansoori (SPD Hessen-Süd) würdigte Veit als prägende Figur der SPD in Mittelhessen. Mit seinem Einsatz für Geflüchtete und seiner Migrationspolitik sei er ein "Gesicht menschlicher Innenpolitik". Thorsten Schäfer-Gümbel nannte Veit "charakterbildend für viele in der Gießener SPD".

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