Neben den Neuanpflanzungen fördert der Landkreis auch Pflegeschnitte an Obstbäumen. ARCHIVFOTO: PAD
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Neben den Neuanpflanzungen fördert der Landkreis auch Pflegeschnitte an Obstbäumen. ARCHIVFOTO: PAD

Fördern und pflegen

  • vonPatrick Dehnhardt
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Wer Äpfel ernten will, der muss auch Apfelbäume pflanzen. Um einen Anreiz zu schaffen, dass die Lücken in den Streuobstwiesen geschlossen werden, fördert der Landkreis das Setzen und die Pflege von Hochstammbäumen. Für fast 200 Bäume wurde im vergangenen Jahr eine Förderung beantragt.

Es ist kalt, der Boden an der Oberfläche ein wenig hart, im Untergrund dafür schön feucht. Mit dem Spaten ist nach einiger Arbeit ein Loch in die Wiese gebuddelt. Jetzt kann der Apfelbaum gesetzt werden. Bis er Früchte tragen wird, wird es noch Jahre dauern. Damit Kaninchen und Co. ihn bis dahin nicht verputzt haben, wird noch schnell ein Verbissschutz angebracht. Denn sonst wäre die Arbeit wohl umsonst gewesen.

Der Landkreis Gießen ist reich an Streuobstwiesen. Die Bestände nehmen jedoch seit Jahren ab. Alte Bäume kommen in die Jahre, sterben ab und müssen gefällt werden. Wenn für sie kein Nachfolger gesetzt wird, brechen schnell Lücken in den Obstwiesen auf - und irgendwann ist nur noch eine Wiese ohne Bäume übrig.

Im Winter nachpflanzen

Bereits seit einigen Jahren fördert der Landkreis Gießen darum Hochstammpflanzungen. Im vergangenen Jahr gingen insgesamt 66 Anträge auf Förderung ein, teilte Pressesprecher-Praktikantin Anna-Lisa Meil auf Anfrage dieser Zeitung mit. Bewilligt wurden davon bereits 36. "29 Anträge, die zum Jahresende eingegangen sind, befinden sich noch in der Prüfung", sagt Meil.

Die Hauptpflanzzeit für Obstbäume liegt in den Wintermonaten. Dann können die Bäume in Ruhe anwurzeln. Im Sommer müssten Baumbesitzer hingegen regelmäßig für Wassernachschub sorgen, damit die Bäume nicht vertrocknen.

Den Großteil der geförderten Pflanzungen machen selbstverständlich Apfelbäume aus. Aber auch Kirsch- und Birnbäume, Zwetschgen, Pflaumen und Walnüsse wurden gefördert. Spalierobst und Zwergstämme haben keine Chance auf Förderung.

Sollten die noch in Bearbeitung befindlichen Anträge alle genehmigt werden, wären 2020 exakt 191 Hochstammbäume gefördert worden. Nur ein Antrag auf Förderung wurde abgelehnt: Das Grundstück lag im Bereich eines Bebauungsplans, zählte darum nicht zu den Streuobstwiesen, die gefördert werden sollen.

Einen Baum zu pflanzen ist die eine Sache. Damit aus diesem auch ein stattlicher Obstbaum wird, braucht es Schutz und Pflege. Elf Anträge auf die Förderung von Einzelschutzmaßnahmen - zum Beispiel Verbissschutz für die jungen Stämmchen - gingen beim Landkreis ein. Auch der Pflegeschnitt der Bäume wird gefördert - wenn er von einer geschulten Fachperson übernommen wird. Das kann auch der Fachwart des Obst- und Gartenbauvereins sein. 26 Anträge auf die Förderung von Pflegeschnitten wurden beim Landkreis eingereicht.

Jeder Hochstamm wird mit 20 Euro gefördert, maximal zehn Stück werden pro Antragsteller und Jahr subventioniert. Erziehungsschitte von Neuanpflanzungen werden ab dem zweiten Standjahr mit drei Euro bezuschusst. Der Instandhaltungsschnitt an einem gepflegten Hochstammobstbaum wird mit bis zu sechs Euro subventioniert. Auch ein Einzelschutz bei den geförderten Neuanpflanzungen ist möglich, für den bis zu 80 Prozent und höchstens 10 Euro der Kosten übernommen werden.

Wer nun die Lücken auf der eigenen Streuobstwiese schließen und sich die Pflanzung fördern lassen will, findet die passenden Antragsformulare auf der Internetseite des Landkreises unter: www.lkgi.de/umwelt-bauen- und-entsorgung/naturschutz/streuobstwiesen.

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