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Der für vier Jahre gewählte Vorstand der Fleischerinnung Mittelhessen-West schaut optimistisch in die Zukunft.

Fleischerinnungen fusionieren

  • VonFranz Ewert
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Gießen/Wetzlar (sel). »Es ist der richtige Schritt«: Diese Überzeugung einigte die an der Gründungsversammlung der neuen »Fleischer-Innung Mittelhessen-West« Beteiligten, die sich in der Gastwirtschaft und Metzgerei Zur Bernstadt der Familie Zimmermann in Niederquembach zusammengefunden hatten. Das waren Vorstände und Mitglieder der beiden Fleischerinnungen Lahn-Dill und Gießen, Sebastian Hoffmanns, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft (KH) Lahn-Dill, Björn Hendrischke, Hauptgeschäftsführer der KH Gießen, Landesinnungsmeister Eckart Neun und Andreas Groß, Kreishandwerksmeister Lahn-Dill.

Die neue, größere Innung, der zwischen Haiger und Hungen 35 Mitgliedsbetriebe angehören, geht offiziell zum 1. Januar 2022 an den Start.

Für die Fleischerinnung Lahn-Dill ist es schon der zweite Schritt dieser Art. Bereits zum 1. Januar 2018 hatten sich die bis dahin selbstständigen Fleischerinnungen Wetzlar und Dillenburg zusammengeschlossen. Nach wiederum eingehenden Gesprächen auf der Ebene der Innungen sowie der beiden Kreishandwerkerschaften nun der nächste Fusionsschritt innerhalb von vier Jahren.

Und es sollen, so die Verantwortlichen mit Blick auf die Situation im mittelhessischen Raum, nicht die letzten gewesen sein. Die Entwicklung hin zu größeren und damit schlagkräftigeren und einflussreicheren Innungs-Einheiten liegt ganz im Sinne des Landesinnungsverbandes: »Ich kann die Fusion nur begrüßen«, sagte Landesinnungsmeister Neun.

Die beiden Geschäftsführer Hendrischke und Hoffmanns - letzterer wird die Geschäftsführung der neuen Fleischerinnung übernehmen - hoben das feste Vertrauensfundament zwischen Innungen und Kreishandwerkerschaften hervor, auf dem die Fusionsgespräche stattfanden. Auf dieser Basis solle nun aufgebaut und die Fusion mit Leben erfüllt werden. Die beiden Fleischerinnungen hatten in den letzten Jahren vor allem durch Betriebsaufgaben zahlreiche Mitglieder verloren. Der neuen Innung gehören 35 Mitgliedsbetriebe an.

Dabei weise der neue Name Fleischerinnung Mittelhessen-West auf das Gesprächsangebot an benachbarte Fleischerinnungen hin, für weitere Zusammenschlüsse offen zu sein. Es sei dann ein Leichtes, den Zusatz »West« aus dem Innungsnamen zu streichen.

Carlos Zach-Zach, seit vier Jahren Obermeister der Fleischerinnung Gießen, nannte die Fusion eine »richtungsweisende Entscheidung im Hinblick auf die künftige Innungsarbeit sowie die Interessenvertretung unseres Berufsstandes«. Er glaubt, dass sich in Zukunft vermehrt Innungen zusammenschließen werden oder müssen. Nicht zuletzt angesichts der Probleme, die sich im Zusammenhang mit Nachfolge und Betriebsübergaben gerade im Fleischerhandwerk erkennbar ergeben. Dr. Bettina Hardtert (Hüttenberg), kommissarische Innungsobermeisterin Lahn-Dill, zeigt sich erfreut über die vergleichsweise große Zahl junger Kollegen, die bereit seien, »den Hut aufzusetzen«, und verknüpfte damit ihre Hoffnung, »dass auch die Alten mitziehen«.

Vor dem Fusionsbeschluss hatten die bisherigen Fleischerinnungen in gesonderten Abstimmungen jeweils einstimmig dem Zusammenschluss zugestimmt. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurde der 36 Jahre alte Niederquembacher Fleischermeister Jan Zimmermann für die Dauer von vier Jahren zum Obermeister der neuen Innung gewählt.

Die beiden stellvertretenden Obermeister sind Frank Göbel (Mittenaar) und Carlos Zach-Zach (Gießen). Als Beisitzer komplettieren Christian Götz (Braunfels), Jörg Giersbach (Dietzhölztal) und Esther Schnaut (Wißmar) den Innungsvorstand. Alle Wahlen erfolgten einstimmig.

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