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Finanzierung steht

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Immerhin 3,37 Millionen Euro erhält die Stadt Grünberg aus dem im Vorjahr aufgelegten Investitionsförderprogramm "Hessenkasse". Ein Gutteil, rund 2,5 Millionen Euro, ließ die Landesregierung gestern Morgen persönlich vorbeibringen. Natürlich nicht in bar, Staatssekretär Dr. Manuel Lösel brauchte keinen Geldkoffer, brachte nur einen Umschlag für den Bewilligungsbescheid ins Rathaus.

Die 2,5 Millionen Euro sind nur die erste und von Wiesbaden jüngst bewilligte Rate, insgesamt fließen besagte 3,37 Millionen Euro in die Ostkreiskommune. Nicht zu vergessen: Addiert man den obligatorischen Eigenanteil der Stadt von einem Neuntel, in absoluten Zahlen 374 000 Euro, stehen sogar 3,74 Millionen Euro zur Verfügung.

Aus der ersten Rate finanziert Grünberg zum Großteil ein Projekt, auf das die Harbacher schon lange warten: ein neues Bürgerhaus. Ist das alte doch zu klein, alles andere als barrierefrei (Saal im Obergeschoss) und des Öfteren Gegenstand nachbarschaftlicher Konflikte (Lärm) gewesen.

1,5 Millionen Euro, so ist’s längst beschlossene Sache, werden aus der Hessenkasse für das neue Gemeinschaftshaus mit "angedocktem", doch räumlich getrenntem Jugendzentrum aufgewendet. Mit dem gestern überbrachten Bescheid über einen anderthalb Millionen schweren "Förderanteil" (Lösel) steht nun die Finanzierung. Die Gesamtkosten des Neubaus hatte die Verwaltung im Vorjahr auf rund zwei Millionen Euro geschätzt. Wie gestern Bürgermeister Frank Ide dem Staatssekretär sowie Harbachs Ortsvorsteher Oliver Schäfer mit auf den Weg gab: "Ich hoffe, wir liegen am Ende nicht gar so sehr über diesem Betrag."

Warten auf Wiesbaden

Bei der jüngsten Beratung des Ortsbeirats mit Architekt Klaus Wagner waren noch einige Details und kleinere Änderungen an der Planung angesprochen worden. So wünscht das Stadtteilgremium etwa ein Verschieben des L-förmigen Baukörpers um zwei Meter Richtung Sportplatz oder eine Vertiefung der Bühne auf 4,50 Meter, woraus interne Änderungen im großen Saal, keineswegs aber eine Verlängerung des gut zehn Meter langen Hauptgebäudes resultierte.

Wie Wagner auf GAZ-Nachfrage sagte, steht noch in diesem Monat der "Kick off"- Termin an, geht es also an die Vergabe der Fachplanungen. Im Frühjahr wolle man mit den Arbeiten beginnen, im Herbst 2021 könnte also Eröffnung gefeiert werden. Später als erhofft, doch dürfen nun mal die Aufträge erst nach Bewilligung der Gelder aus Hessenkasse vergeben werden, gingen die Förderanträge zudem erst im Winter ein. Nach Abzug des dicksten Batzens fürs Bürgerhaus bleibt ein "kleiner Rest" von einer Million. Mit dem löst die Stadt ein Investitionsdarlehen ab. Grünbergs Schulden sinken also auf rund 19,8 Millionen Euro, bezogen auf den Stand Herbst 2018.

Nach Abzug der 2,5 Millionen stehen somit noch 872 000 Euro zur Verfügung (ohne Eigenanteil). Gemäß Parlamentsbeschluss werden eine Reihe von Einzelmaßnahmen zur Förderung beantragt. Die summieren sich auf 372 000 Euro; 200 000 Euro weniger zunächst geplant, da fürs Freibad eine günstigere Rutsche gewählt und die Beckenabdeckung für 100 000 Euro zurückgestellt wurde. Diese Maßnahmen, meist Wünsche der Ortsbeiräte, sollen auf die Förderliste: Dachsanierung altes Gefrierhaus Klein-Eichen (10 000 Euro); Verkleidung Giebelwand am DGH Lehnheim (12 000 Euro); Decken- und Fußbodenerneuerung DGH Reinhardshain (15 000 Euro); neue Bühne für die SKH Stangenrod (17 000 Euro); neue Lüftungssteuerung Gallushalle (62 000 Euro); Dachsanierung am DGH Stockhausen (20 000 Euro); Defibrilatoren für alle 14 Bürgerhäuser (31 000 Euro); Freibadrutsche (205 000 Euro).

Unterm Strich wäre damit immer noch eine halbe Million zu verteilen, worüber Grünbergs Stadtväter und -mütter später befinden wollen. (tb/Skizze: Schmees-Wagner)

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