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Verleihung des Kulturförderpreises des Landkreises Gießen 2020 mit (hintere Reihe, v. l.) Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek, Landrätin Anita Schneider, Prof. Ansgar Schnurr, Torsten Denker, Daniel Rac sowie (vorn, v. l.) Peter Hermann, Cordula Poos, Katja Karla Leißen, Florian Röhrich, Barbara Nölle und Peter Müller.

Förderpreis

Festtag für Kulturschaffende im Gießener Land

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Heiter und wertschätzend war am Samstag die Atmosphäre bei der Verleihung des Förderpreises »Kulturregion Landkreis Gießen 2020«. Es gab drei Preise in Höhe von insgesamt 10 000 Euro.

Heiter und wertschätzend war die Atmosphäre bei der Verleihung des Förderpreises »Kulturregion Landkreis Gießen 2020« des Landkreises am Samstag im Hof der Kirche St. Thomas Morus in Gießen. Es gab drei Preise in Höhe von insgesamt 10 000 Euro. Empfänger waren unterschiedlichste Kulturschaffende aus Landkreis und Stadt, die in schweren Zeiten der Allgemeinheit die Kultur dennoch verfügbar gemacht hatten.

So wichtig wie das täglich Brot

Auch Landrätin Anita Schneider betonte diesen Aspekt. Sie dankte zunächst der Kirchengemeinde für ihr Engagement, ihren idyllisch gelegenen Kirchplatz zu öffnen. »Die Gratis-Konzertreihe ›Sommerkulturkirche‹ eröffnet auch in diesem Jahr einen neuen Begegnungsraum. Tolle Aktion!« lobte Schneider. Sie betonte das Schwerpunktthema »Kultur stärkt Demokratie - für Teilhabe, Mitbestimmung und Vielfalt in der Coronakrise«. Kultur biete eine Auseinandersetzung mit den Veränderungen. »Künstler, Kulturschaffende, Kulturveranstalter haben für unsere Gesellschaft vieles möglich gemacht. In den letzten 16 Monaten wurde deutlich: Kultur brauchen wir wie das tägliche Brot«, so Schneider. Und: »Uns ist es wichtig, auch morgen noch einen Landkreis zu haben, der geprägt ist von kultureller Vielfalt.«

Preis für Hinterhoftheater Hungen

Mit dem 2017 ins Leben gerufenen Förderpreis werden bestehende kulturelle Angebote in Städten, Gemeinden und Dörfern gefördert und neue Initiativen unterstützt. Er wird jährlich vergeben; die nächste Bewerbungsfrist läuft noch bis 15. Januar 2022.

Dazu begutachtete eine Jury unter Vorsitz Schneiders 13 laufende Kulturprojekte zum Thema »Kultur unverzichtbar! Kooperativ - analog - digital .Den 3. Preis erhielt das H2T-Hinterhoftheater Hungen, vertreten durch Florian Röhrich.

Jurymitglied Daniel Rac: »In einer Zeit, in der Kunst, Kultur, Konzerte und Theater fast völlig zum Erliegen kamen, haben Sie Menschen in den Dialog gebracht.« Man habe dabei neue Verbindungen und Kooperationen geschaffen.

Einen Sonderpreis nahmen  Barbara Nölle und Peter Müller als  Vertreter des Kulturpolitischen Arbeitskreises Im-Puls e.V. für die Veranstaltungen 2020 rund um das Kulturcafé in Daubringen entgegen; vorgestellt wurde dieses Projekt durch den Staufenberger Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek.

Katja Karla Leisen geehrt

Den 2. Preis nahm Katja Karla Leisen entgegen, Vorstandsvorsitzende von KünstLich e. V. für dessen Veranstaltungsreihe zum Gedenken an die Reichspogromnacht im 9. November 1938. Dabei stellte Jurymitglied Prof. Ansgar Schnurr drei Events heraus: eine digitale Ausstellung mit Werken Anahita Parhamis von Anika Danielle Wagner mit Musik von Markus Wach, und eine Lesung, »Es pocht eine Sehnsucht an die Welt« mit Sven Görtz, begleitet von Cellistin Anka Hirsch. Schließlich das Gongkonzert »Musik aus der Stille« von »Sukawave«. Juror Schnurr: »Unsere Hochachtung gilt der Schaffung eines Beitrages zur demokratiestärkenden Auseinandersetzung mit einem schrecklichen Kapitel der eigenen Geschichte und eines intensiven künstlerischen Diskurses hierzu«. Leisen dankte ihren Mitakteuren und freute sich darüber, »dass wir es durchführen konnten«. Der Bezug zu heute sei enorm wichtig: »Es darf nicht wieder vorkommen«.

Hauptpreis für Poos/Herrmann

Den mit 5000 Euro dotierten Hauptpreis erhielten die Macher der Reihe »GießenStreamTeam«, die Musiker und Produzent Peter Hermann und Musikerin und Komponistin Cordula Poos. Die einstimmige Anerkennung galt ihrer gleichnamigen Videoreihe, in der sie an jedem Tag im Dezember Musiker, Künstler und Orte der Region porträtierten, als sämtliche Aufführungsorte geschlossen waren. Die Reihe ist noch im Internet anzusehen. Zugleich sammelten sie Spenden, um Kulturschaffende zu unterstützen. Dabei stießen sie einige weitere Projekte an. Ihr Motto dabei war »Ohne Kunst und Kultur wird’s still«.

»Wir sind superhappy«

Poos und Hermann freuten sich sichtlich über die Anerkennung. »Wir sind superhappy«, sagte Poos strahlend, »denn Kultur ohne Förderung geht auch sonst überhaupt nicht«. Hermann fügte hinzu: »Wir konnten ja nicht spielen, das war das Schlimmste«.

»Sie haben es geschafft, dass es eben nicht still geblieben ist«, sagte die Landrätin abschließend, »die hessische Kulturlandschaft hat von diesem Projekt in schwierigen Zeiten profitiert« (weitere Info: foerderpreis-kulturregion@lkgi.de). FOTO: USW

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