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Charly Weller

Zeit zum Gruseln und zum Lachen

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Fernwald(ik). Krimizeit in Steinbach - das hat seit mittlerweile sieben Jahren Tradition. Abermals hatte der SPD-Ortsverein Fernwald mit den Krimi-Autor Charly Weller (Annerod) für seine Herbstveranstaltung gewinnen können. So versammelten sich am Freitagabend rund 80 Zuhörer im Sitzungszimmer der Fernwaldhalle, darunter Ehrenbürger Karl-Rudolf Schön, Dr. Robert Horn, der Vorsitzende der Gemeindevertretung und Bürgermeister Stefan Bechthold. "Eingefädelt" hatte einst Gerd Espanion die Reihe - und die sei "ausdrücklich keine parteipolitische Veranstaltung" stellte der SPD-Fraktionsvorsitzende eingangs schmunzelnd fest. "Gallus" ist der sechste Kriminalroman des ursprünglichen Filmemachers Weller, mit dem er am Freitag abermals für wohligen Grusel und viele Lacher sorgte. Sein 2014 erschienener Erstling "Eulenkopf" wurde für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert, danach veröffentlichte er im Jahresabstand die Romane "Finsterloh", "Katzenkönig", "Totenwind" und Bonames" - allesamt Geschichten mit Kriminalkommissar Worstedt, von Kollegen und Gaunern despektierlich "Worschtfett" genannt.

Zunächst wurden die Zuhörer in einigen Passagen mit kuriosen Gestalten aus "Bonames" vertraut gemacht. Sie hatten ihren Spaß an Schilderungen aus dem Leben eines einstigen Flohzirkus-Direktors, dessen tierisches Kapital nach Einsatz eines Unkrautvernichtungmittels auf den benachbarten Feldern das Zeitliche segnete. Was das mit dem Einsatz von Kommissar Worstedt im sozialen Brennpunkt "Bonames" zu tun hatte, deutete sich während der Lesung zwar nur fragmentartig an, machte aber zwingend Appetit auf den Lesestoff. Nach der Pause stellte Weller seinen Neuling "Gallus" vor, mit dem er erst vor wenigen Tagen im Kino "Traumstern" debütierte (die GAZ berichtete). Reichlich Lokalkolorit macht den besonderen Charme auch dieser Lektüre aus - u.a. bekommen die Gießener für ihre berühmt-berüchtigte Brutto-für-Netto-Rechnung ihr Fett weg. Überflüssig zu erwähnen, dass dem Manischen in den Unterhaltungen der Protagonisten in der "Frankfurter Bronx" eine besondere Rolle zukommt. Vor Beginn der Lesung und in der Pause stärkten sich die Besucher am herzhaften Fingerfood-Buffet. Foto: ik

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