Waldgang des Naturschutzbundes in Steinbach mit Förster Jörg Sennstock. FOTO: PM
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Waldgang des Naturschutzbundes in Steinbach mit Förster Jörg Sennstock. FOTO: PM

"Wir müssen den Wald fit machen"

  • vonred Redaktion
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Fernwald(pm). Der Wald speichert CO2 und leistet damit einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Doch auch er ist von der Klimakrise betroffen. Die veränderten Wetterbedingungen stellen ihn vor große Herausforderungen. Nach drei trockenen Jahren müssen die heimischen Wälder mit großem Trockenstress umgehen. Die Hauptaufgabe der Förster, die Walderhaltung, ist wegen der häufigen Stürme schwierig.

Bei herrlichem Wanderwetter traf sich eine Gruppe Interessierter am Vereinshaus des Naturschutzbundes (NABU) in Steinbach, um sich über diese Herausforderungen zu informieren. Nach der Begrüßung durch die NABU-Vorsitzende Luise Klee erfuhren die Teilnehmer der Waldexkursion von Förster Jörg Sennstock Grundsätzliches über das gemeindliche Waldgebiet, wie beispielsweise die Gesamtgröße. Im Wald gibt es 15 Hektar für den Naturschutz stillgelegte Waldfläche. Sennstock wies darauf hin, dass Teile des Gießener Stadtwaldes auf Fernwalder Gemarkung liegen und die Zusammenarbeit mit dem Nachbarförster gut funktioniere.

"Wir müssen den Wald fit machen für die nächsten Generationen und setzen dabei stark auf Naturverjüngung", sagte Sennstock. Gebraucht werden Bäume, die den Klimawandel mitmachen. Eiche und Buche wachsen gut, gehören definitiv dazu, heißt es in der Pressemitteilung von Klee. Wobei die Eiche durch ihren größeren Lichtbedarf schlechter dran sei. Linde und Lerche behaupten sich ebenfalls und wurden in den letzten 20 bis 30 Jahren "aus weitsichtigen Entscheidungen heraus" auch schon vermehrt gepflanzt.

Die Wildkirsche ist klimabeständig, von den Ulmenarten ist es die Flatterulme. Der Edellaubbaum Esche mache ebenfalls mit.

In der germanischen Mythologie ist die Esche der Weltenbaum, Yggdrasil genannt, erzählte Sennstock. Er verbinde die verschiedenen Welten und stelle deren Mittelpunkt dar.

Bei Neupflanzungen werde auf Artenmischung gesetzt. Dabei beobachte man den Wuchs der jungen Bäume und führe notwendige Fördermaßnahmen durch. Damit Regenwasser nicht zu schnell versickert, sollen an bestimmten nassen Stellen im Waldgebiet kleine Feuchtbiotope zum Halten von Regenwasser geschaffen werden.

Die Teilnehmer erfuhren beispielsweise auch, dass Rückeschlepper nur dort unterwegs sein dürften, wo Rückegassen gekennzeichnet sind und dass die an Bäumen aufgebrachten Buchstaben S für Spechtbaum, H für Horstbaum und Z für Zukunftsbaum stehen. Z-Bäume werden gefördert. Es sei notwendig und möglich, so der Referent, die Waldbewirtschaftung mit dem Naturschutz "unter einen Hut" zu bringen.

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