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Lebensqualität

Wenn das Wasser im neuen Heim nur lauwarm ist

  • vonChristina Jung
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Gerade in der kalten Jahreszeit ist ein heißes Bad wohltuend. Im Wohnquartier Steinbacher Gärten muss so mancher darauf verzichten. Es gibt offenbar Probleme mit der Warmwasserversorgung.

Wohnraum mit Lebensqualität. Diesen Werbeslogan findet immer noch, wer im Netz nach Apartments in den Steinbacher Gärten sucht und auf der Internetseite des Bauträgers Depant landet. Nach dem Spatenstich im Oktober 2017 ist auf dem ehemaligen Festplatz unter Regie des Gießener Unternehmens ein neues, mittlerweile bewohntes Quartier entstanden. Doch die angepriesene Lebensqualität lässt laut einiger Bewohner zumindest in einem Bereich zu wünschen übrig.

Die Rede ist von warmem Wasser, das offenbar nicht überall immer verfügbar ist. Ein untragbarer Zustand, wie Christoph Blank und seine Frau Nadine finden, ganz besonders wenn Außentemperaturen zweistellige Minusgrade erreichen wie im Februar. Seit einem halben Jahr dauert der Zustand nun schon an, sagen sie. Für das junge Paar, das im Mai sein erstes Kind erwartet, eine untragbare Situation.

Im September 2019 haben der Polizist und die Krankenschwester ihr neues Eigenheim bezogen, eine Drei-Zimmer-Wohnung in einem der vier Mehrfamilienhäuser. Zunächst sei auch alles in Ordnung gewesen, das Problem mit dem Warmwasser erst nach rund einem Jahr aufgetreten. Mehrfach habe man die Depant-Hausverwaltung kontaktiert. Heizungsinstallateure seien vor Ort gewesen, hätten im Januar einen Wärmetauscher gewechselt. »Seitdem kommt das Wasser zwar warm aus der Leitung, aber die Temperatur fällt dann schnell ab«, erzählt Nadine Blank. An ein wohlig warmes Bad sei nicht zu denken.

»Wir haben hier eine halbe Million Euro investiert, da kann ich auch erwarten, dass wir warmes Wasser haben«, findet Blank. Vladimir Weber, der im selben Gebäude eine Wohnung besitzt, sieht das ebenso. Mit Blick auf die Problematik sagt er: »Ich bin damit sehr unzufrieden und erwarte, dass der Fehler zeitnah behoben wird.«

Das hofft auch Gerhard Pitz, der mit seiner Lebensgefährtin in einem anderen Gebäude lebt. Er kenne besagtes Problem, wisse auch von anderen Bewohnern, die sich beklagt hätten. Das Ganze schwele seit längerem, sagt Pitz. Die Ursache sei unklar, »man bekommt ja keine Rückmeldung, was passiert.«

Betroffen sind offenbar zwei der vier Mehrfamilienhäuser in den Steinbacher Gärten. Sie sowie die übrigen Gebäude dort werden ebenso wie das Gewerbegebiet, die Fernwaldhalle und das Rathaus über Nahwärme versorgt, konkret über ein Holzheizkraftwerk in der Oppenröder Straße. Betrieben wird dieses von der Erschließungs- und Betriebsgesellschaft Fernwald (EBF). Deren Geschäftsführer, Bürgermeister Stefan Bechthold, sagt auf Nachfrage: »Unser Holzheizkraftwerk heizt.« Zwar räumt er ein, dass es gelegentlich zu Störungen kommen kann. »Aber dann sind alle betroffen« und nicht nur einzelne Wohneinheiten. Bechthold: »Das Problem ist nicht bei uns anhängig.«

Heißt im Umkehrschluss, Hausverwaltung beziehungsweise Bauträger sind zuständig. Seitens Depant hatte man den Blanks noch im Dezember schriftlich mitgeteilt, dass »Leistungsschwankungen innerhalb des Nahwärmenetzes der Gemeinde für die Störungen verantwortlich« seien.

Auf Nachfrage dieser Zeitung macht Depant-Geschäftsführer Kai Bülow dazu keine Angaben, bestätigt aber, über die Warmwasser-Problematik im Bilde zu sein. »Uns ist in den vergangenen Monaten in der Tat über die zuständige Hausverwaltung in größeren Zeitabständen wiederholt mitgeteilt worden, dass die Warmwasser-Temperatur in einzelnen Wohnungen der Steinbacher Gärten schwankt und das Wasser zeitweise nicht heiß, sondern lediglich lauwarm wird.«

Seit der ersten Mitteilung befinde man sich »in stetigem Austausch mit allen Beteiligten« und arbeite »intensiv an einer dauerhaften Behebung dieses Problems«. Sämtliche Störungs- und Mangelmeldungen seien stets kurzfristig bearbeitet und behoben worden.

Die Blanks sehen das anders, beklagen zum einen fehlende Informationen seitens der Hausverwaltung, zum anderen den nach wie vor bestehenden Mangel. Auch der Einbau eines Überströmventils in der vergangenen Woche habe nicht zum gewünschten Erfolg geführt. »Die Wassertemperatur ist auch auf heißester Stufe nach wie vor zu niedrig«, sagt Nadine Blank. 55 Grad Celsius sollten es mit Blick auf Bakterien wie Legionellen an der Entnahmestelle sein.

Depant-Geschäftsführer Bülow bedauert das, sichert zu, dass sich seine Firma weiter »intensiv an einer Lösung der Situation beteiligen« werde. Um das Thema ursächlich aufzuklären, strebe man eine Begutachtung durch einen neutralen und vereidigten Sachverständigen an. FOTO: AGE

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