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Mit zahlreichen Musikinstrumenten aus aller Welt gestaltet das Quartett einen beeindruckenden Abend in Annerod.

Weltmusik auf hohem Niveau

Fernwald (son). Die Begeisterung und das Staunen des Publikums waren spürbar, als am Samstagabend das Weltmusik-Ensemble »Mala Isbuschka« seinen langersehnten Auftritt in der Anneröder Kirche absolvierte. Am Abend zuvor hatte das Ensemble beim Weltmusikfestival »Sommermusikwelten« in Lich brilliert. Die Musiker des vor rund sieben Jahren in Lich gegründeten Quartetts beherrschen ihre Instrumente - und derer sind es viele - auf sehr hohem Niveau.

Musik wie aus alten Märchen

Allen voran Markus Wach, der gefühlt in jedem Stück ein anderes Zupfinstrument aus den unterschiedlichsten Ecken der Welt spielte und zu jedem Instrument und zu jedem Lied eine Geschichte zu erzählen wusste. Großartig auch Daria Khoroshilova-Wach (Lich) an den Streichinstrumenten, Moritz Weissinger (Wettenberg) an Schlagzeug und Percussion und Lena Heinrich (Gießen), die mal Akkordeon spielte oder die indische Shrutibox zum Klingen brachte.

So nahm Mala Isbuschka das Publikum mit auf eine Reise, die durch viele Länder und zu vielen Völkern und musikalischen Traditionen führte: Etwa zu den jüdischen Sepharden ins alte Andalusien, an die türkische Schwarzmeerküste oder zu einem alten Maulbeerbaum in Aserbaidschan. Die Vielfalt und die musikalische Qualität beeindruckten, die Begeisterung der vier Musiker für Melodien fremder Völker sprang auf das Publikum über: Das Konzert war wie eine Reise in andere Welten - mal leise verträumt, mal rhythmisch und aufregend. Und dies musikalisch virtuos und auf höchstem Niveau.

Nach dem Konzert erhoben sich viele Besucher zu Recht von den Plätzen und applaudierten anhaltend, bis die vier Musiker wieder in den Chorraum traten und mit einem gefühlvollen Lied aus Weißrussland das Publikum nach einem wunderbaren Musikerlebnis schließlich in den kühlen Abend entließen.

Der Name »Mala Isbuschka« kommt aus dem Russischen und soll an alte Märchen erinnern. »Mala« ist ein älteres Wort für »Klein«. »Isbuschka« steht für »Holzhäuschen«, wie das Häuschen auf Hühnerbeinen aus russischen Märchen, in dem die alte Hexe Baba Jaga haust. In der slawischen Mythologie ist es ein Ort des Übergangs aus dem Diesseits ins Jenseits.

Nach dem Wunsch des Bittstellers kann sich das Häuschen umdrehen und die Tür entweder in die eine oder in die andere Welt öffnen. Dieses Motiv des Häuschens, das quasi zwischen Welten steht, inspirierte die Musiker bei ihrer Suche nach einem geeigneten Projektnamen.

Sie befinden sich ebenso zwischen Welten - den verschiedenen Kulturwelten und ihrer Musik.

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