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Ob die Linden die Beschädigungen an ihrer Rinde durch Unbekannte überstehen, wird sich im Frühjahr zeigen.

Weiter Bangen um Luther-Linden

  • Gabriele Krämer
    vonGabriele Krämer
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Fernwald (ik). Strahlender Sonnenschein, wolkenfreier Himmel, frühlingshafte Temperaturen und freier Blick bis in den Taunus oder zum Vogelsberg: Der Lutherberg - im Dreieck zwischen der Abfahrt Steinbach und der B 457 von Gießen nach Lich gelegen - ist in diesen Tagen beliebter Ausflugsort und Aussichtspunkt für Spaziergänger und Radfahrer. Auf dem Gipfel des fast 300 Meter hohen Hügels angekommen, treibt heute aber bei aller Idylle so manchen Besucher eine Sorge um:

Werden die stattlichen Linden im Frühjahr wieder Laub tragen?

Wie berichtet, hatten unbekannte Zeitgenossen vier der fünf Bäume im Herbst massiv beschädigt. Rund um deren Stamm war die Rinde ringförmig entfernt worden. Hier und da sind eingeritzte Liebesbekundungen in Form von Initialen und Symbolen zu erkennen. Die Gemeinde Fernwald hatte seinerzeit Anzeige gegen Unbekannt wegen Sachbeschädigung erstattet; die Wunden an den Stämmen wurden mit Naturharz verschlossen.

Straßenbäume teils ein Ärgernis

Eine Spur zu den mutmaßlichen Tätern gebe es bislang nicht, wie Bürgermeister Stefan Bechthold auf Anfrage dieser Zeitung erklärte. Neueste Befürchtungen aus der Bevölkerung, der oder die Unbekannten hätten sich abermals an den sogenannten Luther-Linden zu schaffen gemacht, seien aber unbegründet, gab Bechthold nun Entwarnung.

»Falscher Alarm« seien Hinweise zu neuen Schäden an der Rinde der bereits angegriffenen Bäume: Mitarbeiter einer Fachfirma, die turnusgemäß Bewertungen für das Baumkataster der Gemeinde erstellen, hätten die Vegetationsphase zur Detailkontrolle der Stämme genutzt und Verschlussstellen vorsichtig aufgekratzt, um das Ausmaß der Schädigung zu taxieren. Diese Stellen sind wieder verschlossen. Für die Luther-Linden gilt vorerst das Prinzip Hoffnung.

Die in zweijährigem Abstand erfolgende Routinearbeit der Kontrolleure in den Gemarkungen Albach, Annerod und Steinbach stehe nicht zuletzt im Zusammenhang mit der gemeindlichen Verkehrssicherungspflicht, erläuterte der Bürgermeister.

Besonderes Augenmerk hatten und haben die Experten demnach auch bei ihrer aktuellen Inspektion auf die mittlerweile teils gewaltigen Straßenbäume in den drei Ortsteilen. Für Anwohner in den betroffenen Straßen sind einige der Bäume in den vergangenen Jahren zu einem Ärgernis geworden - nicht nur wegen der zunehmenden Laubmengen, sondern auch angesichts der durch das Wurzelwerk verursachten Schäden im Bereich der Bürgersteige und der angrenzenden Grundstücke.

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