sued_bushaltestelle_1003_4c
+
Der VCD wünscht für die Linie 22 mehr Verbindungen nach Gießen.

Verkehrsclub enttäuscht

  • vonRedaktion
    schließen

Fernwald (pm). Der Kreisverband Gießen des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) fordert die Politik auf, nach der Wahl den vielfach geäußerten Versprechen zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auch Taten folgen zu lassen. Ein erster Prüfstein ist für den Verkehrsclub die Busverbindung zwischen Gießen und Fernwald mit den Linien GI-21 und GI-22. Diese steht demnächst zur Ausschreibung an.

Die vom Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV) kürzlich im EU-Amtsblatt veröffentlichte Vorinformation weist für die Linie GI-21 (Gießen - Annerod - Reiskirchen) laut VCD gar keine Verbesserungen gegenüber dem bisherigen Fahrplan auf.

Neues Konzept bis Jahresende

Auf der Linie GI-22 (Gießen - Steinbach - Albach) werde samstags das Fahrtenangebot um fünf Fahrten ausgeweitet, so wie es der im vergangenen Jahr beschlossene Nahverkehrsplan (NVP) als Mindestvorgabe vorsehe. Unter der Woche jedoch bleibe es beim bestehenden Angebot, lediglich freitagabends komme noch eine Spätfahrt ab Gießen hinzu. Das Fahrtenangebot im normalen Linienverkehr am Sonntag stagniere mit insgesamt fünf Fahrtenpaaren auf niedrigem Niveau, »die bislang zusätzlich eingesetzten Anruf-Linien-Taxis werden aber hoffentlich noch gesondert ausgeschrieben«, erklärt der Verkehrsclub.

Die während der Aufstellung des Nahverkehrsplans von verschiedener Seite - so zum Beispiel vom Fahrgastbeirat - geäußerte Kritik, dass der Nahverkehrsplan wenig ambitioniert sei und mit ihm keine nennenswerte Verbesserung des ÖPNV verbunden wäre, bestätige sich damit bereits bei der ersten geplanten Vergabe nach Verabschiedung, erklärte Gerhard Born für den VCD. »Mit ein paar zusätzlichen samstäglichen Fahrten zwischen Steinbach und Gießen werden keine Autofahrer zum Umsteigen animiert.«

Die Aussage seitens des ZOV, es handele sich beim NVP nur um einen Rahmenplan, Detailplanungen mit Verbesserungen über den Mindeststandard hinaus könnten noch folgen, habe für Fernwald scheinbar keine positiven Auswirkungen gebracht.

Der Verkehrsclub fordert den ZOV, den Landkreis und die Kommunen Fernwald und Reiskirchen auf, bis zur endgültigen Ausschreibung der beiden Linien Ende des Jahres ein neues Buskonzept für Fernwald zu erarbeiten, das deutliche Angebotsverbesserungen vorsehe. Schließlich werde hier über den Busverkehr für die nächsten zehn Jahre bestimmt.

Eine abseits der Bahnlinien liegende Kommune im unmittelbaren Umland der Universitätsstadt müsse unter der Woche in der Regel halbstündlich, am Wochenende wenigstens stündlich angefahren werden; so wie dies beispielsweise in Wettenberg und Heuchelheim bereits seit Jahren verwirklicht sei. Auch eine Kooperation mit der Stadt Gießen sei zu untersuchen.

Die Verantwortlichen des VCD hoffen, dass auf die Vorinformation kein eigenwirtschaftlicher Antrag eines Busunternehmers eingehe. Der Landkreis habe mit Buslinien, die ein Unternehmer auf eigene Rechnung fährt, sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Angebotskürzungen zum Beispiel im Lumdatal, schlechte Qualität und zum letzten Jahresende noch die Aufgabe des Unternehmers auf der Linie 24 nach Lahnau und Wetzlar mit anschließender Notvergabe. Vorfahrt für den ÖPNV gebe es nur, wenn der Kreis auch die Verantwortung übernehme.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare