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Tierfreunde im Einsatz

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Die steigenden Temperaturen und der für die nächsten Tagen angesagte Regen geben das Startsignal. Die Amphibien kommen aus ihren Winterquartieren und machen sich zu Hunderten auf den Weg zu »ihrem« Teich oder Tümpel, um sich fortzupflanzen. Führt die Wanderung über eine Straße, finden Kröten und Molche häufig ein trauriges Ende unter Autoreifen. Um das zu verhindern, stellen Tierfreunde allerorten im Gießener Land seit Jahren entsprechende Fangzäune auf.

Die liebeshungrigen Tiere finden sich unversehens in den am Zaun vergrabenen Eimern wieder und werden sicher über die Straße getragen.

Nabu Fernwald bittet um Rücksicht

»Action« war am Wochenende beispielsweise beim Naturschutzbund (Nabu) Fernwald angesagt. Eingeteilt in drei Gruppen, die jeweils nacheinander mit dem entsprechenden Corona-Abstand tätig wurden, bauten die Helfer unter der Regie der stellvertretenden Vorsitzenden des Nabu Fernwald, Stefanie Specht, in der Gemarkung Steinbach einen mobilen Amphibienzaun auf (Foto). Die Annateiche neben der Kreisstraße 157 zwischen Steinbach und Annerod, kurz hinter dem Kleintierpark, sind in jeder Saison ein beliebtes Ziel der Krötenwanderung.

Durch den Zaun werden die Amphibien bei ihrer »Hochzeitstour« aufgehalten. Sie wandern seitwärts an dem Hindernis entlang, fallen in eigens dafür eingegrabene Eimer und werden jeweils morgens und abends von engagierten Mitbürgern in ihrer Artzugehörigkeit bestimmt und gezählt. Danach werden die Tiere über die Straße zum Teich gebracht und in die Freiheit entlassen. »Kröten sollten nicht mit bloßen Händen berührt werden«, mahnt Nabu-Ortsvorsitzende Luise Klee. Die Tiere bilden ein Sekret, das dem Schutz vor Fraßfeinden dient. Es kann bei Menschen zu einer starken Reizung der Schleimhäute von Augen und Magendarmtrakt führen.

Der Weg dieser Amphibien ist häufig weit und voller Gefahren. Insbesondere die Straßen, die von ihnen überquert werden müssen, werden oft zur tödlichen Falle - nicht nur, weil die Tiere überfahren werden. Durch schnelles Vorbeifahren der Autos erzeugter Luftdruck kann innere Organe platzen lassen.

Autofahrer werden gebeten, in den kommenden Wochen besonders aufmerksam und rücksichtsvoll zu fahren, um Kröten und Retter nicht zu gefährden. Allgemein appelliert der Nabu Deutschland an Autofahrer, nicht schneller als maximal 30 Stundenkilometer auf Amphibienwanderstrecken zufahren. pm, ik/FOTO: PM

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